Sie stehen auf der Straße, verkaufen ihren Körper.

Ein Bericht des Senders Frontal 21 zeigt nun, wie weit Geflüchtete in Deutschland gehen, um Geld zum Überleben zu verdienen. Und wie sie dabei schamlos von ihren Beschützern ausgebeutet werden. Not und Verzweiflung treiben die Schutzbedürftigen in die Zwangsprostitution.

Im Flüchtlingsheim am Berliner Tiergarten tun sich Abgründe auf. Aus Verzweiflung gehen junge Männer und Frauen auf den Strich, werden von Mitarbeitern der Flüchtlingsheime, die sie eigentlich beschützen sollen, an Freier vermittelt. Der Park in der Nähe ist der Hotspot dieser illegalen Geschäfte.

Der Undercover-Reporter verhandelt mit einem Flüchtling. Erschreckend zeigt sich hier, wie abgeklärt und routiniert er auf die Anfrage des Reportes reagiert. Im Hotelzimmer angekommen, eröffnet der Reporter, dass er für eine Geschichte recherchiert, möchte ihm Fragen stellen. Doch er verlässt das Zimmer, ohne eine Antwort zu geben.

Ein 85-jähriger ehemaliger Polizeibeamte hingegen ist in dem Park öfters unterwegs, gibt dem Reporter unwissend detailliert Auskunft über das Geschäft. Er selbst schaut sich gerade um und ärgert sich, dass wegen des schlechten Wetters so wenig junge Männer im Park sind.

Die Notsituation der Menschen wird schamlos ausgenutzt. In diesem perfiden Konstrukt ist auch die Security verwickelt: „Für jede Vermittlung kriege ich 20 Euro. Dafür mache ich die Frauen klar“, sagt ein Security-Mann. Auch Minderjährige seien darunter. „Es gibt Familien, wo der Vater Bescheid weiß: Der Junge ist schwul. 16 Jahre alt. Die machen das freiwillig“, sagt er. Er selber habe ein schlechtes Gewissen deswegen und will damit aufhören, weil „es nicht zu ihm passt“.

Was besonders in diesem Beitrag hervosticht: Gerade junge Männer werden zur Prostitution gezwungen. Ein 20-Jähriger Afghane sagt: „Ich schäme mich für das, was ich tue.“ Doch wie den anderen Opfern fehlt ihnen das Geld zum Überleben, sie wollen etwas an die Familien in die Heimat schicken. Mit dem, was sie als Asylsuchende erhalten, kommen sie nicht aus.

Die zuständige Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales in Berlin, Elke Britenbach von den Linken, wusste nichts von diesem Zwangsprostitutionsring im Flüchtlingsheim im Berliner Tiergarten. Ihr hätten bis jetzt angeblich die konkreten Hinweise gefehlt. Inzwischen sei die Polizei und Bundesstaatsanwaltschaft informiert und gehe gegen diese Zwangsprostitution vor.

Bereits im Juli 2016 hatte der deutsche Bundestag für die Bekämpfung von Menschenhandel ein Gesetz gegen Zwangsprostitution verabschiedet.

Quelle: Frontal21