Genügt bald ein Tropfen, um Menschen im Labor zu züchten?

Forschern der Universität Kyoto ist etwas gelungen, das unsere düstersten Zukunftsvisionen mit ordentlich Klon-Grusel anheizt: Die Forschungsgruppe hat es laut einer Studie, die jetzt „Sience“ veröffentlichte, nämlich geschafft, die bisher am weitesten entwickelten Vorläufer menschlicher Eizellen zu züchten.

Wie das Ganze in der Theorie funktioniert, ist schon seit Längerem bekannt: Baby-Mäuse aus der Petrischale gibt es nämlich schon ­– aus umprogrammierten Körperzellen der kleinen Nager lassen sich Sperma und fruchtbare Eizellen produzieren. Mit menschlichen Zellen ist das (zum Glück) noch nicht geglückt. Betrachtet man die Ergebnisse aus Japan, könnte das aber nur noch eine Frage der Zeit sein.

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Dort haben Forscher zu Stammzellen umprogrammierte Blutzellen (sogenannte ips-Zellen) über mehrere Monate in einem speziellen Wachstumscocktail heranreifen lassen. Weil in dieser Nährstofflösung Eierstockzellen von Mäusen steckten, entstanden aus den menschlichen Stammzellen sogenannte Oogia – Vorreiter der menschlichen Eizelle. Hätten sich die exotisch klingenden Zellchen weiter geteilt, wären daraus schwuppdiwupp reife Eizellen entstanden.

Die könnte man dann in den Eierstock einer Frau verpflanzen und hätte das gruselige Szenario geschaffen, das wir bisher nur aus dem Sci-Fi Bereich kennen: Statt Baby-Mäusen gäbe es dann nämlich menschlichen Nachwuchs aus der Petrischale.

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Um dem ganzen Mindfuck noch eins oben drauf zu setzten: Das Experiment hat wunderbar mit männlichen Blutzellen funktioniert. Theoretisch könnte es in naher Zukunft also so weit sein, dass Mann nur ein Tröpfchen Blut ins Labor schickten müsste und daraus seine eigene Eizellen entwickeln lassen könnte. Die er dann mit seinem eigenen Sperma befruchten könnte. Wtf?

Theoretisch bräuchte der Typ dann nur noch eine Frau, die das Kind für ihn austrägt – eine Leihmutter also ­– deren eigenes Erbgut aber gar nicht mehr in dem Baby selbst vorkommt.

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Wir reden hier also über eine neue Form des Klonens, die durch das Experiment der japanischen Forscher in deutlich nähere Zukunft rückt, als bisher gedacht. Auch wenn der Vorgang höchstwahrscheinlich schwere Gendefekte hervorrufen würde und die Ethikkommission in Kyoto auch noch ein Wörtchen mitzureden hätte, bevor derartige Experimente gewagt würden: Das Ganze klingt in unseren Ohren scary af.

Quelle: Noizz.de