Geisterflüge sind für die Umwelt extrem gruselig und trotzdem fliegen sie gerade zahlreich über Europa. Schuld daran ist eine europäische Regel für Fluggesellschaften.

Durch viele abgesagte Reisen von Fluggästen wegen des Coronavirus fliegen aktuell durch die Lüfte Europas reihenweise Geisterflüge, also Passagierflüge ohne Passagiere. Eigentlich müsste es dann weniger Flüge geben, die starten. Das wäre auch für die Umwelt von Vorteil, ein einziger Flug von beispielsweise Berlin nach London stößt pro Person 356 kg CO2 aus. Wahnsinnig viele Kilogramm Treibhausgase werden nun vollkommen umsonst ausgestoßen.

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EIN LEERES FLUGZEUG VON MAILAND NACH LONDON, 5. MÄRZ 2020

Vertreter fordern ein Aussetzen der Regel

Der eigentliche Grund für Geisterflüge, die man verhindern könnte, ist die europäische Slot-Verordnung. Die Verordnung besagt, dass Airlines 80 Prozent ihrer zugewiesenen Zeiten für den Start nutzen müssen, sonst verlieren sie diese an ihre Konkurrenz. Um die Slots nun trotz der extrem gesunkenen Nachfrage durch das Coronavirus nach Flügen nicht zu verlieren, fliegen die Gesellschaften leere Flugzeuge hin und her.

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Jetzt fordern Vertreter der Fluggesellschaften (Airline-Weltverband IATA), dass die Regel bis zum Herbst ausgesetzt wird. Während der Zeit des Bankencrash im Jahr 2008 und dem Ausbruch der Sars-Epidemie, 2002, wurde die Regel damals vorübergehend außer Kraft gesetzt. Wenn das der Fall wäre, könnten die Fluggesellschaften Flüge reduzieren, weniger CO2 ausstoßen und Tausende Liter Kerosin sparen.

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  • Quelle:
  • Noizz.de