Wer Arzt werden will, muss studieren, wer Tischler werden will, braucht eine Lehre. Aber: Wie wird man eigentlich Bundeskanzler?

Du solltest eine Mission haben. „Ob Ozeane retten oder Elend bekämpfen: Wer in die Politik will, muss etwas bewegen wollen“, sagt René Dreke von der Agentur für Arbeit. Du solltest aufgeschlossen und kommunikativ sein.

Als Politiker musst du andere überzeugen können, besonders als Regierungschef. Du musst flexibel sein – als Politiker arbeitet man auch abends, zum Beispiel bei Versammlungen, und im Wahlkampf auch am Wochenende an Ständen.

Nein, per Gesetz kann selbst ein Handwerker Kanzler werden. „Ein Studium schadet aber nicht“, sagt Dreke. Alle deutschen Bundeskanzler waren an der Uni. Viele haben Rechtswissenschaft studiert, Angela Merkel ist promovierte Physikerin. Wenn du den Job also anstrebst, solltest du dich bilden.

Ein Kanzler muss theoretisch in keiner Partei sein. Es ist aber unwahrscheinlich, dass du ohne Partei im Rücken gewählt wirst. Am Anfang einer Politikerkarriere steht deshalb der Eintritt in eine Partei. Wer 14 bis 35 Jahre alt ist, kann in die Jugendorganisation einer Partei eintreten.

Der Vorteil junger Politiker: „Parteien freuen sich über Nachwuchs, daran mangelt es ihnen“, sagt Dreke. Nach dem Partei-Eintritt muss man sich politisch engagieren und Ämter übernehmen. Viele Bundeskanzler waren vorher Ministerpräsidenten von Bundesländern oder Bundesminister im Kabinett. „Politiker arbeiten sich langsam nach oben. Je früher du anfängst, desto besser“, sagt Dreke.

Wer Bundeskanzler werden will, muss gerne gestalten
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Der Geburtsort ist egal. Laut Gesetz muss das Regierungsoberhaupt aber die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Und es gibt ein Mindestalter für den Job: 18 Jahre. Angela Merkel war bei Amtseintritt mit 51 Jahren so jung wie kein Bundeskanzler vor ihr. Das Amt bekommt man also eher später im Leben.

„Bundeskanzler ist kein planbarer Beruf“, sagt Dreke. Denn der Bundeskanzler wird gewählt – allerdings nicht von der deutschen Bevölkerung, sondern von den Abgeordneten im Bundestag.

Die Deutschen stimmen bei der Bundestagswahl für eine Partei. Die Partei stellt einen Kandidaten. Je mehr Stimmen eine Partei erhält, desto mehr Abgeordnete darf sie in den Bundestag schicken. Die Abgeordneten wählen dann den Bundeskanzler.

Damit jemand Regierungschef wird, muss er die Hälfte aller Stimmen plus eins bekommen – die sogenannte absolute Mehrheit.

Quelle: Noizz.de