Ein kinderraubender Vogel. 

Momo ruft in Kettenbriefen und Videos zu Selbstmord auf und verbreitet mit ihrer Fratze Angst. Dabei ist Momo keine Horrorfigur, sondern eigentlich Kunst – erschaffen vom 43-jährigen Bildhauer Keisuke Aiso. Die Skulptur, die 2016 in einer Galerie in Tokio ausgestellt wurde, heißt eigentlich Mother Bird. Doch seit vergangenem Herbst scheint Momo tot zu sein: In einem Interview mit The Sun erklärte Aiso, dass er die Skulptur aus Gummi und natürlichen Ölen weggeworfen hätte. 

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Doch: Was steckt hinter Momo? Bisher haben die Medien nur darüber berichtet, dass die Skulptur von Aiso auf Grundlage einer japanischen Geistergeschichte entstanden sei. Die Kurfassung: Eine Frau stirbt bei der Geburt ihres Kindes und kehrt in das Gebiet, in dem sie verstorben ist, als Vogel zurück. Die sogenannte Mother Bird. In Japan hat die diese aber einen bestimmten Begriff: Ubume – oder auch Obo, Unme, Ugume, Ubametori genannt. Auf Yokai.com werden die Figuren des japanischen Volksglaubens (Yokai) erklärt. Die meisten von ihnen sind am ehesten mit Monstern vergleichbar. 

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Eine Ubume kann demnach in vielen Formen auftreten: eine Frau mit einem Baby, eine schwangere Frau oder eine wandelnde Leiche mit einem unterentwickelten Fötus. Meistens spuckt sie genau in der Gegend, in der sie das Kind geboren hat und verstorben ist.

Doch was hat das mit den Vogeleigenschaften der Mother Bird zu tun? Ubume kann auch als Name für einen Vogel verstanden werden. Wörtlich übersetzt bedeutet dieser nämlich auch „kinderraubender Vogel“ – womit man die Geschichte zu Momo zurückverfolgen kann. Die Horrorfigur aus dem Netz erschreckt nämlich meistens nur Kinder und Teenager – sei in WhatsApp oder in YouTube-Videos.

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Natürlich gibt es viele Abwandlungen von „Ubume“, wie sie aussieht, warum sie spuckt und wie sie gestorben ist. Momo und die Mother Bird ist wohl eine Interpretation von beidem: der Geist der sorgenden Mutter und ein kinderraubender Vogel.

Quelle: Noizz.de