Hier sind die Argumente.

Drei von vier Deutschen sind gegen die Zeitumstellung. Zweimal im Jahr bekommen unsere biologischen Uhren einen Schlag mit dem Schwert der Königin. Besten Dank dafür. Zeitumstellung heißt das Übel. Und weil es sich nie einer merken kann:

In der Nacht des letzten Oktober-Samstags auf Sonntag stellen wir die Uhr von 3 auf 2 Uhr. Wachen wir also um 7 Uhr auf, fühlt es sich wie 8 Uhr an.

Hurra – eine Stunde länger schlafen? Freut euch halt drüber, aber im März müsst ihr euch dafür wieder aus dem Bett quälen. Und wenn ihr dann um 24 Uhr ins Bett geht, fühlt es sich wie 23 Uhr an. Tja. Viel Glück beim Einschlafen, viel Spaß beim Aufwachen.

28 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer haben Schwierigkeiten mit der Zeitumstellung, berichtet das Umfrageinstitut Forsa. Warum machen wir das dann?

Ein paar Argumente – und was hinter ihnen steckt.

Strom sparen

Winterzeit ist Normalzeit. Eingeführt wurde die Sommerzeit, um das Tageslicht noch effizienter zu nutzen. Die Menschen sollten abends länger arbeiten, vor allem um Waffen und anderes Kriegsgerät zu bauen.

Weil es früher nur Glühbirnen gab und die so verdammt ineffizient leuchteten, kostete Produktion bei Kunstlicht verdammt viel Geld. Okay, heute haben wir LEDs, bauen keine Mörsergranaten mehr (zumindest nicht mehr so viele) und ersetzen Büros mit Fenstern durch sowieso Großraum-Klitschen mit Cubicle-Wänden und Tageslicht-Röhren, aber hey – Oh, Moment.

Es gibt kein Aber. Macht einfach voll keinen Sinn mehr.

Europa

Kein Witz. Und hier schreibt eine Europa-Befürworterin. Doch trotzdem ist Europa ein Argument für die Zeitumstellung. Während der zwei Weltkriege haben viele Staaten die Sommerzeit getestet und dann wieder abgeschafft. 1976 – Ölkrise – ist Frankreich dann umgekippt, war ja wieder klar. Die anderen Staaten wollten dann auch und als die DDR 1979 mitzog war auch die BRD dabei.

Von Spanien bis Polen, von Finnland bis Italien und Mazedonien gilt nun die gleiche Zeit, Sommers wie Winters. Und nun ist einer der Hauptgründe für die Umstellung zwischen Sommerzeit und Normalzeit, dass es einfach alle machen. Wie die kleinen Lemminge.

Vereinfachung von Dienstleistung und Verkehr

In den 1970ern konnte man es sich offenbar noch nicht vorstellen, Menschen verschiedenen Zeitverschiebungen auszusetzen. Tatsächlich war die Harmonisierung des Verkehrs, des Handels und der Dienstleistungen ein zentrales Argument. Sonst könnte man in Europa ja Probleme mit zeitlichen Absprachen kriegen! Tja.

Heute haben wir unsere Callcenter in Kapstadt, verbringen die Ferien in Ägypten oder Mexiko und besuchen Geschäftspartner in China. Alles Länder ohne Zeitumstellung. Ist noch keiner verloren gegangen.

Die Sommerabende <3

Ja – Sommerabende sind natürlich länger, wenn wir die Uhrzeit im Sommer eine Stunde vorstellen. Um 22 Uhr haben wir dann ein Licht, wie es sonst schon um 21 Uhr versinken würde. Noch dazu weckt uns der Sonnenaufgang erst um halb 5, nicht um halb 4.

Das ist eine gute Sache für unsere Freizeit, gerade im Sommer. Aber warum wir davon nicht im Winter profitieren sollen – wo wir es doch gerade brauchen! – das kann wieder keiner erklären.

Auf die Winterzeit können wir das ganze Jahr über verzichten. Sparen wir uns das Chaos, bleiben wir bei der Sommerzeit.

Okay, ich denke, ich habe meinen Punkt klar gemacht. Aber es gibt auch noch ein paar richtige Argumente gegen die Zeitumstellung.

Unsere innere Uhr findet’s nicht geil

Jeder von uns hat einen Biorhythmus. Bei einigen wirkt die innere Uhr sehr stark, sie brauchen morgens nichtmal einen Wecker. Aber jeder von uns merkt, wenn gewohnte Zeiten sich plötzlich ändern. Einem solchen kleinen Schock setzen wir uns zweimal im Jahr unnötig aus. Wir sind ein paar Tage müde, angespannter.

Der Tipp, sich schon vor der Zeitumstellung anzupassen verkürzt das Phänomen nicht – es wird nur etwas nach vorn gezogen.

Unfälle

Was ihr tun könnt, um eine möglichst entspannte Zeitumstellung zu haben? Meldet euch krank! Am Montagmorgen danach passieren mehr Unfälle als sonst, bis zu vier Wochen lang ist der Effekt spürbar.

Auch Wildtierunfälle passieren häufiger, weil die Tiere gerade zu den Randzeiten der Nacht unterwegs sind – also dann, wenn wir die eine Stunde mehr wirklich gebraucht hätten.

Konzentrationsprobleme

Ja, es ist schon ganz geschickt, dass die Uni-Semester vor den Zeitumstellungen abschließen. Denn der Schlag gegen den Biorhythmus stört unsere Konzentration. Die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt, wir sind empfänglicher für Stress. Doof für Arbeitnehmer – und doof für Unternehmen.

Quelle: Noizz.de