Dr. Gunters Tweets dazu lesen sich wie ein Gedicht.

Freitag morgens in der NOIZZ-Redaktion, noch keinen Kaffee getrunken, noch nicht so richtig da, und dann BOOM – Themenvergabe: "Knoblauchzehen in der Vagina sollen wohl doch schädlich sein. Kannst du dich bitte darum kümmern?" Jap – endlich wach für den ganzen Tag. Und das nicht nur, weil man erstaunt ist, dass die Begriffe Vagina und Knoblauch gemeinsam in einem völlig sinnvollen Satz gelandet sind. Es ist eher die Tatsache, dass Knoblauch in Vaginas offenbar a thing ist und man es selbst nicht wusste.

Zweifel. Stecken sich alle jetzt – aus welchem Grund auch immer – Knoblauch in die Vagina statt in die Tomatensauce, und ich habe das verpasst?!

Anscheinend schon. Knoblauch untenrum ist so eine Art Hausmittelchen. So was wie Kamillentinktur bei Pickelfresse. Angeblich soll Knoblauch das ganz natürliche Mittel gegen Scheidenpilzinfektionen sein. Say whaaaaaddd?!

Es ist berechtigt, sich zu fragen, wie irgendjemand auf die Idee kommen kann, Knoblauch sei die Wahl der Stunde, wenn es eine Etage tiefer juckt. Hobby-Biologen werden ob meiner Unwissenheit jetzt vermutlich hinten rüberkippen: Knoblauch enthält offensichtlich die Aminosäure Allicin (Duhhhh ...). Und Allicin ist doch genau DAS, was so einem Pilz so richtig das Fürchten lehrt – das wissen doch alle! Also: Knoblauchzehe schälen und ab dafür – Miss Mumu wartet, oder nicht?

Offenbar ist das, was als altes Hausrezept längst etabliert ist, gar nicht so gut für die Vagina. Unter dem sehr klangvollen, wie auffordernden Hashtag #vaginaisnogarliczone hat nämlich Dr. Jennifer Gunter acht Tweets in das World Wide Web geschickt, in denen sie erklärt, dass das mit dem Knoblauch im Schlüpper gar keine gute Idee sei.

Dr. Gunters Tweets zur vaginalen Knoblauch-Behandlung sind ehrlich gesagt das Beste, was ich auf Twitter seit langem gelesen habe – und dazu auch noch so informativ. Sie sagt, dass Knoblauch zwar Allicin beinhalte und dieses auch sehr richtig gegen Pilzinfektionen wirksam sei. Allerdings sei das eher eine Geschichte, die beim Werkeln in einem Labor nachgewiesen wurde. Mit Bakterien und Zellen in einer Petrischale sollte man aber anders umgehen als mit der eigenen Vagina. Findet die Ärztin auch und schreibt dazu: "Your vagina is not a dish of cells." Nicht, dass wir denken, dass irgendjemand das noch nicht wusste – aber dieser Satz liest sich schöner als jedes Gedicht. Wenn ich es mir recht überlege: Ich hätte gerne ein T-Shirt mit genau dieser Aufschrift!

Die Ärztin erklärt weiter: Knoblauch als Zehe hilft erst mal gar nicht. Damit da das bereits erwähnte Allicin seine Wirkung entfalten kann, muss man den Knoblauch erst mal zerkleinern oder im besten Fall: pressen. So. Nun meldet sich bitte die erste, die Bock drauf hat, sich untenrum so richtig beherzt mit frischer Knoblauchmatsche einzureiben. Gereizte Schleimhäute – ick hör dir trapsen.

Dr. Gunter wirft aber auch noch in den Ring, dass Knoblauch aus einer Presse ja schon gar nicht so leicht zu entfernen sei – wenn man sich nun dank Kopfkino vorstellt, wie man den schön zerkleinerten Knoblauch aus seinen privaten Ladyparts entfernen soll ... da wird einem doch schnell ganz anders.

Ich für meinen Teil werde nun erst mal keinen Knoblauch mehr verwenden – auch nicht als vaginales Hilfsmittelchen. Aber wer weiß: Vielleicht ist das ja mal was für S/M-Bettgeschichten. Muss man gar nicht, wie nach dem 50-Shades-of-Grey-Hype, in den Baumarkt gehen, um sich hinterher so richtig zu versohlen. Ein kleiner Ausflug in die Küche reicht auch. Und wer es so richtig hart mag, der mischt die zerkleinerte Chili auch gleich unter. Guten ... äh ... Appetit, würd ich sagen.

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Quelle: Noizz.de