Warum Männer als Singles mehr leiden als Frauen

Julia Beil

Politik, Lifestyle & Mode
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Wenn Männer allein sind, dann leiden sie darunter mehr als Frauen Foto: WavebreakMediaMicro / Fotolia

Typen wie Barney Stinson sind mehr Ausnahme als Regel.

Er ist ein weit verbreitetes Klischee: der bindungsunwillige, dauergeile Single-Mann, der sich ohne Rücksicht auf Verluste durch die Frauenbetten schläft. Und damit total happy ist. So einer wie Barney Stinson aus „How I Met Your Mother“. Einer, der die Frauen, mit denen er schläft, emotional auf Abstand halten will statt eine Beziehung mit ihnen einzugehen.

Doch dieses Klischee ist eben das: ein Klischee. Eine Umfrage des britischen Datingportals eHarmony wollte herausfinden, „wie das Single-Leben wirklich“ ist – und sie ergab Überraschendes: 71 Prozent der befragten Männer sagten, dass sie „deutlichen Druck“ verspüren, eine Partnerin zu finden. Von den Frauen gaben das nur 58 Prozent an.

Psychologin Linda Papadopoulos sagte der „Welt“: „Single-Frauen sind in der Regel robuster. Sie können sich auf starke Freundschaften verlassen, die viele ihrer Bedürfnisse im Hinblick auf Intimität befriedigen und Einsamkeit abwehren.“

Foto: Rebecca Tapert / Unsplash

Männer suchen in einer romantischen Beziehung Stabilität und Rückhalt. Sie hätten nicht so enge emotionale Bindungen an Freunde und Familie wie Frauen. Die dagegen können sich ihren Freundinnen und Freunden gut öffnen und brauchen dazu nicht unbedingt einen Partner.

Besonders problematisch wird es für Männer, wenn sie unfreiwillig Single sind und dem verspürten Druck, eine Partnerin zu finden, nachgehen. Mehrheitlich wird immer noch von Männern erwartet, den ersten Schritt zu machen. Doch als Single sind sie für Frauen automatisch unattraktiver als vergebene Männer.

Studien ergaben, dass Männer, die mit einer attraktiven Frau zusammen sind, von anderen Frauen auch als anziehender empfunden wurden als Single-Männer. Diese wirken zudem schnell „needy“, wenn sie versuchen Frauen kennenzulernen. Mit jeder Zurückweisung fällt es ihnen schließlich schwerer, immer wieder aufs Neue die Initiative zu ergreifen, zumal viele Abfuhren oft ohne Begründung geschehen, öfter auch komplett ohne Kommunikation der anderen Seite.

Die Folge: Mit der Zeit kommt die Resignation. Trelawney Kerrigan von der britischen Vereinigung der Dating-Agenturen sagt: „Frauen haben einen positiveren Ansatz mit Enttäuschungen fertig zu werden. Nach ein paar Rückschlägen ziehen sich Männer zurück, Frauen schütteln das besser ab. Das ist eine Sache des Vertrauens bei den Männern. Man hört von Männern häufig, dass es da draußen keine aufrichtigen Frauen mehr gäbe – leider nimmt das niemand ernst.“

Quelle: Noizz.de

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