Sie wollen damit Depressionen und Angststörungen behandeln.

Vorweg ein Blick in die Vergangenheit: Basel, April 1943. Der Chemiker Albert Hofmann isoliert Substanzen aus dem Mutterkorn, einem Pilz, als ihm plötzlich schwindlig wird. Er geht nach Hause und taucht in einen zweistündigen Rausch voller Halluzinationen. Hofmann hat – durch Zufall – LSD entdeckt.

Psychiater sind begeistert, erste Tests legen die Grundsteine der Psycholytischen und Psychedelischen Psychotherapien. Die Ärzte hoffen, durch die neue Droge mehr über die Entstehung von Halluzinationen herauszufinden und untersuchen, wie sie sich auf Depressionen, Alkoholabhängigkeit und den therapeutischen Erfolg durch gewisse Stimulation auswirkt. Dann kommen die Hippies und versuchen mit LSD aus dem staubigen Lyndon-B.-Johnson-Amerika der 60er Jahre auszubrechen. Die Droge wird daraufhin weltweit verboten, verschwindet aus den Forschungslaboren und taucht in WGs wieder auf.

Jetzt interessieren sich Forscher wieder für Halluzinogene – vor allem für einen möglichen Einsatz in der Medizin. Die Uni Basel hat untersucht, wie sich LSD auf das Gehirn auswirkt. Zwanzig gesunde Menschen nahmen 100 Mikrogramm LSD, eine Kontrollgruppe bekam Placebos. Dann wurden die Probanden per funktioneller Kernspintomographie gescannt, während sie sich Bilder von Gesichtern anschauten, die verschiedene Gefühlslagen darstellten: Wut, Freude oder Angst.

Das Ergebnis: Die Darstellung von Angst führte unter LSD zu einer deutlich niedrigeren Aktivität der Amygdala – einer Hirnregion, die wichtig für die Verarbeitung von Emotionen ist.

„Diese ‚entängstigende‘ Wirkung könnte ein wichtiger Faktor für positive therapeutische Effekte darstellen“, wird Felix Müller, ein Autor der Studie, auf der Website der Uni Basel zitiert. Weitere Studien sollen untersuchen, ob Halluzinogene das Potential haben, in Therapien eingesetzt zu werden – zum Beispiel gegen Depressionen oder Angststörungen.

Quelle: Noizz.de