3 Tipps, für ein möglichst umweltfreundliches Dahinscheiden.

Wer sein Leben lang auf die Umwelt geachtet hat, möchte sicherlich auch beim Verlassen dieser Welt keinen letzten Fehler mehr machen. Hier kommen unsere Tipps für den perfekten Abtritt der Ökos.

1. Der Sarg

Ganz im Ernst: Särge aus Holz gehen gar nicht, viel zu Mainstream und umweltfreundlich erst recht nicht. Ein Trauerfall ist schon schlimm genug, da muss nicht noch ein ganzer Baum mit in den Tod gerissen werden. Wenn der Sarg noch mit Lack behandelt wurde, ist das ebenfalls nicht sehr gut für die Umwelt.

Die klassischen Holzsärge sind nicht ideal für die Umwelt Foto: flickr.com

Viel besser ist da doch schon ein Sarg aus Pappe. Erfunden haben es natürlich mal wieder die Schweizer. Der Sarg besteht zu 60 Prozent aus recyceltem Altpapier und nur zu 40 Prozent aus neuem Zellstoff. Er kann wie ein Umzugskarton aufgebaut oder wieder zusammengefaltet werden und ist komplett wasserdicht. Nach 2 - 3 Monaten zerfällt die sogenannte „Peace Box“ und hat sich nach spätestens drei Jahren komplett aufgelöst, ohne negative Rückstände zu hinterlassen.

2. Bestattung ist Pflicht

Verbrennen oder begraben, Urne oder Sarg - dies ist eine wichtige Entscheidung, die jeder einmal treffen muss.

Für das umweltbewusste Sterben stellt sich diese Frage aber nicht. Denn der Besuch im Krematorium scheidet direkt aus, zu umweltschädlich. Zwar hat der Verbund der Feuerbestatter schon erkannt, dass ihre Umweltbilanz nicht nur für die Lebenden, sondern auch die frisch dahingeschiedenen Kunden wichtig ist, die meisten Schadstoffe kommen aber aus dem Leichnam selbst. Da helfen auch Leichenhemden aus Biobaumwolle, der Papp-Faltsarg und die Bambus-Urne nicht viel.

Die Brennöfen eines Krematoriums Foto: Wikimedia

Wer sich trotzdem verbrennen lassen will, kann aber nachträglich noch etwas für die Umwelt tun. Bei den Bestatungsform „Tree of Life“ wird die Asche als Dünger für einen Baum verwendet, der über der Urne eingepflanzt wird.

Der Transport:

Eins ist mal sicher, der letzte Wagen ist immer ein Kombi! Um den Leichenwagen kommen die wenigsten herum.

Jetzt hat sich die Firma Binz aus Baden-Württemberg etwas Neues einfallen lassen. Der Tesla Model S wurde zum Leichenwagen umgebaut.

Das Unternehmen bietet bereits verschiedene Spezial- und Sonderfahrzeuge an. Auch Helmut Kohl wurde in einem Binz gefahren.

Mit dem Tesla, der jetzt Binz.E heißt, haben die Schwaben ihren ersten rein elektrischen Leichenwagen im Sortiment.

Ziemlich langer Lulatsch Foto: binz.com

Rein elektrisch im wahrsten Sinne. Der Binz.E ist gegenüber der Basis um einen Meter gewachsen, misst jetzt fast 6 Meter in der Länge. Dadurch ist die Reichweite auf 350 Kilometer gesunken, reicht für die meisten Fahrten aber aus. Auch die Heckklappe und der Sarg-Ladeboden funktionieren rein elektrisch.

„Normalerweise bauen wir Fahrzeuge von Mercedes um, schneiden sie durch und verlängern sie. Beim Tesla war das besonders schwierig, wegen der ganzen Technik. Sie können ja nicht einfach eine Batterie durchschneiden“, sagt Thomas Amm, CEO von Binz.

Das Fahrzeug ist komplett vernetzt und bis unters Dach voll mit Technik. Was im Innenraum aussieht wie Omas Wohnzimmer ist kein Holz, sondern Jute.

Alles Jute für die letzte Fahrt Foto: binz.com

„Uns war es wichtig, dem ökologischen Konzept des Tesla treu zu bleiben“, erklärt Amm.

Über mangelnde Vorbestellungen kann er sich nicht beklagen. Vor allem in Skandinavien und UK ist man auf den leisen Leichenwagen aufmerksam geworden. Die ersten Binz.E sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden.

Das waren unsere 3 Tipps für einen umweltfreundlichen Tod. Wir wünschen euch viel Spaß beim Planen. Und bis es soweit ist, habt noch ein glückliches Leben.

Quelle: Noizz.de