Neue Zahlen: So viele Tiere mussten 2017 leiden

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1,37 Mäuse mussten 2017 dran glauben.
1,37 Mäuse mussten 2017 dran glauben. Foto: Ricky Kharawala / unsplash.com

Sind Tierversuche ok, weil so Menschenleben gerettet werden?

Affen, Hunde, Katzen, Ratten, Mäuse: In der Wissenschaft werden seit Jahren Millionen von Tieren für Tierversuche eingesetzt. Das ist nichts für Tierliebhaber. Die erschreckenden Zahlen wurden heute von dem Landwirtschaftsministerium veröffentlicht.

Allein in Deutschland wurden 2017 740.000 Tiere für Tierversuche getötet. Weitere etwa 2 Millionen Tiere wurden für Tierversuche eingesetzt. Besonders beliebte Labortiere sind Mäuse (1,37 Millionen), Ratten (255.000) und Fische (240.000). Aber auch Hunde (3300) und Katzen (718) mussten für die Wissenschaft leiden. Ganz besonders traurig ist aber die Zahl der Affen, an denen Tierversuche durchgeführt wurden. Denn diese lag 2017 bei 3472 Tieren und ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Seit langem werden Tierversuche von Protesten begleitet. Auch Prominente wie Vanessa Mai und Guido Maria Kretschmer haben sich in den letzten Jahren gemeinsam mit der Tierschutzorganisation PETA gegen Tierversuche stark gemacht.

Gründe Tierversuche abzulehnen gibt es einige: Die allermeisten Wirbeltiere sind leidens- und schmerzempfindlich. Viele der Tierversuche schaffen so vermeidbares Leiden. Manche halten es sogar für unethisch Tiere nur für ein Leben im Laborkäfig zu züchten. Manche der Tiere werden sogar nur getötet, um an ihre Organe oder Zellen für die Forschung zu gelangen.

Dabei gibt es viele Alternativen zu Tierversuchen. Moderne Computersimulationen können oftmals ebenfalls die Auswirkungen von Therapien auf den menschlichen Organismus berechnen. Würden diese stärker eingesetzt, könnte man auf viele Tierversuchen verzichten. Doch nicht für alle Versuche sind Alternativen bereits entwickelt.

>> Der deutsche Tierschutzbund ist klar gegen Tierversuche

Gleichzeitig sprechen sich immer wieder Wissenschaftler dafür aus, dass Tierversuche nach aktuellem Stand für einige Bereiche in der Forschung unersetzlich sind. Immerhin retten die Versuche Menschenleben. Denn durch sie können Krankheiten erforscht und so die richtigen Medikamente entwickelt werden. Bei fast allen medizinischen Durchbrüchen im letzten Jahrzehnt haben Tierversuche eine entscheidende Rolle gespielt.

>> Wie Forscher über ihre eigene Arbeit mit Tieren denken:

Etwa rund die Hälfte der Tierversuche wird für die Grundlagenforschung genutzt, ein Viertel aller Versuche zur Erprobung neuer Medikamente. In der Kosmetik sind Tierversuche längst verboten, aber in der Wissenschaft sind diese weiter unabdingbar. Tests mit Tieren sind dazu recht teuer. Die Tiere müssen umhegt und gepflegt werden und werden daher nur verwendet, wenn es wirklich notwendig ist.

Letztendlich muss man sich also entscheiden: Stellt man das Leben der Menschen über das der Tiere oder umgekehrt?

Quelle: Noizz.de