Wissenschaftler haben die Auswirkung von Online-Dating untersucht.

Statt sich in der Schule, über Freunde oder in der Bar kennenzulernen, greifen Menschen immer öfter auf Dating-Plattformen und -Apps zurück – vor allem bei Homosexuellen ist der Anstieg gewaltig. Die Folgen sind gut für die Gesellschaft. Das behaupten Wissenschaftler der Universitäten Essex und Wien.

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Josue Ortega und Philipp Hergovich haben sich in einer Studie angeschaut, inwiefern sich die Art des Kennenlernens mit der Verbreitung von Dating-Portalen verändert hat. Der Trend ist: Menschen, die sich kennenlernen, sind immer öfter wildfremde Menschen. Es enstehen vollkommen neue Verbindungen.

Heterosexuelle und homosexuelle Paare haben ein unterschiedliches Dating-Verhalten. Zwar ist bei beiden der Anteil derer, die sich online kennengelernt haben, stark gestiegen. Doch die Häufigkeiten sind unterschiedlich groß.

Wie sich US-Bürgerinnen und -Bürger in den letzten Jahren kennenlernten.

Während diese Dating-Art bei Heterosexuellen 2010 mit etwa 22 Prozent auf Platz drei stagnierte, lag der Anteil bei Homosexuellen bei über 65 Prozent. Online-Dating ist für Homosexuelle die beliebteste Art, sich kennenzulernen.

Die Studienautoren stellten außerdem fest, dass das Aufkommen von Online-Dating in den USA mit der Vermischung von Ethnien korreliert.

Anteil von „interracial marriages“ an allen Ehen in den USA

Bis zur Gründung der ersten Dating-Seite Match.com (rote Linie) hatte der Anteil von „interracial marriages“ einen gleichbleibenden Anstieg. Seit der Gründung des Portals verläuft die Kurve deutlich steiler. Weitere Anstiege sind – etwas verzögert – nach Gründung von OKCupid (grüne Linie) und Tinder (lila Linie) verzeichnet.

Die Autoren merken an, dass die Verbreitung von Online-Plattformen nicht der einzige Grund für diesen Anstieg ist. Ein weiterer Grund könnte sein, dass der Anteil der weißen Amerikaner in den USA von 1980 bis 2010 von 83,1 auf 72,4 Prozent gefallen ist.

Durch die Erkenntnisse sehen sich Ortega und Hergovich in ihren Annahmen bestätigt und schlussfolgern, dass neue Bindungen in vielfältigen Gesellschaften zunehmen.

Das wirke sich positiv auf die Gesellschaft aus, die soziale Integration verlaufe so schneller.