Bist du wirklich betrogen worden oder bist du einfach nur überdurchschnittlich eifersüchtig und besitzergreifend?

Eine groß angelegte Umfrage in Großbritannien hat sich mit der Frage beschäftigt, ab wann Partner von Fremdgehen sprechen. Auch die Auswirkungen auf eine bestehende Beziehung und Unterschiede in der Beurteilung zwischen Männern und Frauen wurden untersucht.

Männer und Frauen ticken nicht immer gleich Foto: pixabay.com

Die Ergebnisse der Wohltätigkeitsorganisation „Relate“ haben dabei signifikante Unterschiede in der Wahrnehmung von Männern und Frauen offengelegt.

Klar ist: Sex und auch leidenschaftliches Küssen gelten für beide Geschlechter als Fremdgehen.

An dieser Stelle endet aber bereits die Einigkeit. So wird das Gucken von Pornos von einem Fünftel der befragten Frauen als Vertrauensbruch eingestuft, bei den Männern ist es nur jeder Zehnte.

„Frauen empfinden es in der Regel als problematischer, wenn Männer Pornos konsumieren als andersherum, wobei Männer erheblich häufiger Pornos konsumieren“, bestätigt der Berliner Eheberater Christoph Uhl.

Das allgegenwärtige Pornoangebot im Internet wird auch von Beratungsstellen als zunehmendes Problem für Beziehungen wahrgenommen.

Dass der leichtere Zugang zu pornografischem Material den Paartherapeuten mehr Kunden verschaffe, glaubt Uhl nicht: „Fremdgehen ist in der Regel erst dann ein Grund, um Rat beim Paartherapeuten zu suchen, wenn es um die deutlichste Variante des Fremdgehens geht: eine anhaltende Außenbeziehung. Der Konsum von Pornos führt nur in Ausnahmen zum Therapeuten.“

Pornos würden sich demnach nur in die lange Reihe von anderen kleinen Alltagsproblemen einreihen, die in ihrer Summe für eine Beziehung gefährlich werden können. Zu solchen Problemen können auch sexuelle Mails, Nachrichten und Anrufe werden. 90 Prozent der Frauen stufen solch ein Verhalten als Betrug ein, bei den Männern sind es 80 Prozent.

Ein Drittel aller Befragten wurde übrigens schon mal betrogen. Ebenfalls ein Drittel gab an, dass eine Affäre des Partners wohl das Aus für die Beziehung wäre. Für Christoph Uhl ist ein Mangel an Verbundenheit in den meisten Fällen für ein Scheitern der Beziehungen verantwortlich. Die Studie aus England bestätigt diesen Eindruck – die Mehrheit der Befragten gab an, dass Treue für sie das wichtigste Kriterium für eine gute Beziehung ist.

Quelle: Noizz.de