Du kannst nicht ohne Handy? Ein paar Minuten ohne Blick auf den Screen machen dich nervös und hibbelig? Dann hast du vielleicht eine Zwangsstörung: Die ist häufig der Grund für eine Smartphone-Sucht, wie Forscher*innen der Ohio State University jetzt in einer Studie herausgefunden haben.

Ein Leben ohne Smartphone? Irgendwie gar nicht mehr vorstellbar. Immerhin regeln wir mittlerweile fast unseren gesamten Alltag über das Handy: Es weckt uns am Morgen, es zeigt an, welcher Bus oder welche Bahn uns am schnellsten zur Arbeit bringt, es lässt uns mit unseren Freund*innen und Familien kommunizieren, Essen bestellen – ja, selbst über den weiblichen Zyklus weiß dein Smartphone oft besser Bescheid als du selbst.

Das ist alles praktisch und cool. Trotzdem ist es wichtig zu hinterfragen, wie das eigene Verhalten am Screen aussieht: Wie viele Stunden am Tag bin ich am Handy? Verbinde ich sie mit wichtigen Dingen oder mit sinnlosem Scrollen durch die Weiten Instagram? Wer das Gefühl hat, schon nach wenigen Minuten ohne Smartphone in der Hand nervös oder unruhig zu werden, ist vielleicht schon von dem Gerät abhängig.

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Symbolbild: Smartphone

Zwangsstörung kann zu Panik führen, wenn die Smartphone-Sucht unerfüllt bleibt

Denn ja, die Smartphone-Sucht gibt es wirklich – oft wird sie durch Zwangsstörungen ausgelöst, wie eine Studie der Ohio State University herausgefunden hat: Handy-Junkies neigen häufig zu Angstzuständen, wenn sie zu lange nicht auf ihr Mobiltelefon geschaut haben. Den Forscher*innen zufolge ist diese Angst oft mit Nomophobie verbunden, also der Furcht, etwas im digitalen sozialen Umfeld zu verpassen.

Eine der Co-Autorinnen der Studie, Ana-Paula Correia, glaubt, dass viele Menschen das Smartphone als Mittel zur Stressbewältigung einsetzen – ähnlich wie eine Zigarette oder das abendliche Glas Wein. "Es geht dabei um mehr als nur das Handy selbst. Menschen verwenden es für verschiedene Zwecke, etwa um die Verbindung zu ihren Freunden oder Social-Media-Influencern zu erhalten. Wenn sie das Smartphone nicht haben oder der Akku leer ist, kann das zu Panik führen", erklärt die Wissenschaftlerin.

Je länger am Screen, desto schlimmer der Stress, wenn das Handy fehlt

Für die Studie wurden 495 Teilnehmer*innen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zum Thema Smartphones und Stress im Alltag befragt. Im Durchschnitt verwendeten sie ihr Gerät pro Tag vier bis sieben Stunden lang, hauptsächlich für Social Media. Die Forscher*innen konnten feststellen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Länge der Smartphone-Nutzung und dem Stress gibt, den die Befragten empfanden, als sie ihre Handys nicht mehr zur Hand hatten.

Correia und ihr Team fanden außerdem heraus, dass eine Verbindung zwischen intensiver Smartphone-Nutzung und Anzeichen einer Zwangsstörung besteht: Handy-Junkies neigen nämlich oft dazu, ihre Handlung wiederholt zu überprüfen und sicherzugehen, dass sie nichts falsch gemacht haben. Die Wissenschaftlerin warnt davor, dass das im Alltag hinderlich werden kann: Wer eine Zwangsstörung entwickelt oder hat, wird so mit negativen Emotionen konfrontiert, sobald er oder sie das Smartphone nicht zur Hand hat.

  • Quelle:
  • Noizz.de