Zeitreise funktioniert laut Einstein. Allerdings nur in die eine Richtung. Während wir theoretisch in die Zukunft reisen könnten, hebelt das viel besprochene Großvaterparadoxon die Möglichkeit, in die Vergangenheit zu reisen, aus. Bis jetzt. Zwei Wissenschaftler haben eine mathematische Lösung gefunden, laut der alles möglich ist!

Das mit der Zeitreise ist ja so eine Sache unter uns Menschen. Sie fasziniert uns auf eine zermürbend entzückende Weise, wie es wohl nur Tierbabys fertigbringen. Nicht umsonst drehen wir seit Jahrzehnten einen Zeitreise-Blockbuster nach dem anderen. "Terminator", "Zurück in die Zukunft", "Inception", "Interstellar" und nicht zuletzt der deutsche Serien-Erfolg "Dark" ... wir lieben es halt.

Die Faszination von der Möglichkeit durch Zeit und Raum zu reisen, rührt wohl auch daher, dass uns die Wissenschaft auf der einen Seite ganz klar in Aussicht stellt, dass das funktionieren könnte – Grüße gehen raus an Albert Einsteins Relativitätstheorie – und auf der anderen mittels des Großvaterparadoxon unmissverständlich klar macht: Nope, so einfach ist das nicht.

Zwei Mathematiker wollen für dieses Problem jetzt allerdings eine theoretische Lösung gefunden haben.

Was ist das Großvaterparadoxon und warum hält es uns ab, in die Vergangenheit zu reisen?

Laut Einsteins Berechnungen ist die Reise durch die Zeit THEORETISCH möglich. Es gibt allerdings ein oder auch zwei Problemchen. Zum einen können wir uns noch nicht schnell genug fortbewegen, um Einsteins Gleichungen zu überprüfen – zum anderen steht das oft besprochene Großvaterparadoxon im Raum. Dabei handelt es sich um ein Gedankenexperiment, das verdeutlichen soll, wo der Haken beim Zeitreisen in die Vergangenheit liegt.

Es geht ungefähr so: Ein Mann reist in die Vergangenheit, um seinen eigenen Großvater zu töten. Bringt er Opa um, bevor der auf Oma trifft, um Nachfahren zu zeugen, löscht der Zeitreisende damit einen wichtigen Faktor seiner eigenen Existenz aus – weder die Zeitreise noch der Mord wären je möglich gewesen.

Zwei Mathematiker der University of Queensland haben nun eine kleine Sensation zu verkünden. Sie haben einen Weg gefunden, das Großvaterparadox zu umgehen – zumindest mathematisch.

In einem Statement erklären Forscher Fabio Costa und Germain Tobar: "Wenn multiple lokale Regionen in Gegenwart einer Zeitschleife miteinander kommunizieren, gibt es eine Reihe von Szenarien, die dem Akteur alle Handlungsfreiheit geben, ohne dass logische Inkonsistenzen wie das Großvaterparadox auftreten." Klingt etwas kompliziert? Finden wir auch.

Besser verdeutlichen lässt sich das Ganze an einem weiteren Beispiel, das die Wissenschaftler anführen: "Stellen Sie sich vor, Sie würden in der Zeit zurückreisen, um den Patient Null vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu bewahren. Wenn das gelingen wurde, fände die Pandemie nicht statt und damit gäbe es auch keinerlei Motivation, diese Zeitreise überhaupt zu unternehmen." Ähnlich wie im Fall des getöteten Großvaters.

Und nun die mathematische Lücke, die die Forscher gefunden haben, in Worten erklärt: "[...] Sie können versuchen, den Patienten vor der Infektion zu bewahren. Aber indem Sie das tun, werden Sie selbst angesteckt und nun selbst zum Patient Null oder aber ihre Handlung bewirkt die Infektion von jemand anderem. Das bedeutet: Die Pandemie würde beginnen, egal was Sie tun." Tobar erklärt, die Bandbreite der mathematischen Prozesse, die er und sein Kollege entdeckt haben, zeigen, dass Zeitreisen mit einem freien Willen im Universum möglich sind – ohne Paradox. Die Mathematik sei stimmig.

lsk

  • Quelle:
  • Noizz.de