Viagra soll Frauen helfen.

Anstatt es zu verheimlichen, können wir doch alle mal ehrlich miteinander sein: Wir alle haben doch schon schmerzverzerrt und zusammengekauert unter der Dusche gesessen und vor Unterleibsschmerzen nur noch geweint.

Für eine aus fünf von uns, Typ Mensch mit Vagina, erleben jeden Monat eine unerträgliche Mischung aus Schmerzmitteln, Terminabsagen und „Mir geht’s gut ich bin nur Müde“-Ausreden. Schmerzen, die wir verstecken, und die gleichzeitig auch nie so wirklich ernstgenommen werden.

Im Ernst jetzt: Wenn mir noch ein Arzt Ibuprofen verschreibt, dann raste ich richtig aus. Wirklich. 600mg Ibuprofen können doch nicht immer die Lösung all meiner Probleme sein! Für diagnostizierende Ärzte ist das aber der beste temporäre Ausweg, um eine ausführliche Untersuchung zu umgehen. Denn Regelschmezen kann man mit einer ernstzunehmenden Krankheit vergleichen.

„Regelschmerzen sind fast so schmerzhaft wie eine Herzattacke“, äußert der Professor John Guillebaud gegenüber der Quartz. Trotzdem wird dem Problem wenig Aufmerksamkeit von Ärzten gewidmet, weil es von Wissenschaftlern kaum erforscht wird. Und wieso wird es von Wissenschaftlern wenig erforscht? Weil es für Menstruationsbeschwerden keine Lobby gibt. Und somit keine finanzielle Förderung.

Heiß das, das Wohlergehen von Millionen von Frauen ist ein Kompromiss von förderungswilligen Firmen? Richtig!

Dabei gibt es so vieles zu erforschen im Bereich der Menstruationsbeschwerden. Medizinischer Direktor der Penn State Richard Legro hat bereits mithilfe einer bewilligten Förderung heraus gefunden, dass Viagra ein effektives Heilmittel gegen Unterleibschmerzen sein kann. Für weitere Forschung hat die Förderung jedoch nicht mehr gereicht – und selbst nach vier erneuten Förderungsanfragen bleibt eine erneute Finanzspritze aus. Denn Unterleibschmerzen scheinen keine öffentliche Frage der Gesundheit zu sein.

Doch was viele oft nicht wissen: In manchen Fällen kann die Ursache der Menstruationsbeschwerden grundlegende Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Und wenn Frauen weiterhin nur stillschweigend ihre Schmerzen ertragen, wird die Aufmerksamkeit für dieses Problem auch nicht gesteigert.

Quelle: Noizz.de