Eine neue Studie lässt uns aufatmen.

Wer kennt es nicht: Eigentlich müsstest du die Wäsche machen, bist aber gerade in einer Endlosschleife Modern Family gefangen. Oder die Hausarbeit steht schon seit Wochen an, aber du musst dich unbedingt JETZT auf Instagram verlieren. Dieses Phänomen nennt sich Prokrastination – zu Deutsch: Aufschieberitis – und ist für viele ein echtes Problem.

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Jetzt haben zwei US-amerikanische Psychologen, Tim Pychyl und Fuschia Sirois, in der New York Times neue Erkenntnisse zu diesem Phänomen geteilt.

Pychyl erklärt, dass Dinge aufzuschieben, weniger mit schlechtem Zeit-Management zu tun hat, als viel mehr mit schlechtem Gefühls-Management. Sirois ergänzt in der NYT:

Menschen begeben sich in den Kreislauf chronischer Prokrastination, weil sie unfähig sind, mit schlechter Stimmung umzugehen, die sie angesichts einer bevorstehenden Aufgabe empfinden.

Dadurch, dass bestimmte Herausforderungen uns mit negativen Gefühlen aufladen, wie Angst, Unsicherheit, Unlust oder Langeweile, versuchen wir, mit diesen Gefühlen umzugehen, indem wir sie umgehen. Es geht also nicht darum, eine Aufgabe zu erledigen, sondern die Gefühle zu bewältigen, die wir im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit erleben.

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Doch natürlich hilft es nicht, Problemen kurzfristig aus dem Weg zu gehen, da sie die Ursprünge der Prokrastination – Stress, Angst oder Selbstzweifel nicht langfristig lösen. Aber der kurze Kick, den wir bekommen, wenn wir die negativen Assoziationen zu einer bestimmten Aufgabe vermeiden, macht Prokrastination so gefährlich. Du wirst dafür belohnt, eine Aufgabe nicht zu erledigen. Und deswegen machen wir es immer und immer wieder.

Was dagegen helfen kann, ist, sich eine größere Belohnung auszusuchen, als die unmittelbar bevorstehende Erleichterung der Prokrastination. Das kann zum Beispiel sein, dich selber mit mehr Freundlichkeit zu behandeln und Fehler zu erlauben. Dadurch hat man mehr Lust, die Sachen zu machen, die man eigentlich machen muss, und ist im Großen und Ganzen produktiver und zufriedener mit dem, was man macht.

Quelle: Noizz.de