Auch wenn der Mensch keinen hat, für Wissenschaftler*innen ist er einer der interessantesten Werke der Evolution: der Penisknochen. Ein Forschungsteam hat jetzt herausgefunden, dass manche Tiere mit dem Knochen wohl auch das Sperma von Rivalen aus dem Fortpflanzungstrakt des Weibchens herausschaufeln können.

Was hat der Mensch nicht, von dem der Affe eine Fingerlänge und das Walross einen halben Meter hat? Einen Penisknochen. Kein Scheiß. Während sich der Knochen, der lateinisch auch als Os penis oder Baculum bekannt ist, bei uns Menschen in der Evolution weg gebildet hat – wohl weil wir zu schnell bumsen (ebenfalls kein Scheiß), dient das Teil bei vielen Säugetier- und Primatenarten als Stütze für den Penis. Von Tier zu Tier variiert der Penisknochen so stark bezüglich Länge und grundsätzlichem Vorhandensein, dass er als der vielfältigste Knochen beschrieben, der je existiert hat.

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Ein Forscher*innen-Team aus Großbritannien hat jetzt herausgefunden: Der Penisknochen ist womöglich nicht nur der vielfältigste Knochen, sondern auch der einzige mit eingebautem Sperma-Ausschaufel-System.

Ein Eisportionierer. Na, wer hat Hunger?

Fremdes Sperma einfach heraus schaufeln

Wie "NewScientist" berichtet, hat das Team um Charlotte Brassey von der Manchester Metropolitan University 3D-Röntgenbilder von 82 Fleischfresserarten – darunter Hunde, Wölfe, Löwen, Bären, Otter, Walrosse und Nerze – untersucht und festgestellt: Die Form des Penisknochens könnte eine Rolle bei dem spielen, was die Forscher*innen als "post-kopulatorischen sexuellen Wettbewerb" bezeichnen.

Heißt auf Deutsch: Bei einigen Tierarten ist der Penisknochen womöglich so geformt, dass fremdes Sperma im Fortpflanzungstrakt des Weibchens einfach herausgeschaufelt werden kann. Laut Brassex ist der Penisknochen des Honigdachs zum Beispiel sogar geformt wie ein Eisportionierer. "Er scheint wirklich nur dazu bestimmt zu sein, andere Spermien herauszuschaufeln und dann den Gebärmutterhals zu umschließen", so die Wissenschaftlerin gegenüber "NewScientist".

Der Honigdachs hat's raus.

Bei vielen Tierarten paaren sich Weibchen während desselben Fruchtbarkeitszyklus nämlich mit mehreren Männchen. Die Spermien dieser Männchen konkurrieren dann um die Befruchtung der wenigen verfügbaren Eizellen. Dank des in den Penisknochen eingebauten Sperma-Ausschaufel-Systems könnten Männchen fremde Spermien verdrängen und so den Weg für die eigenen Spermien freimachen.

Ob die Annahmen tatsächlich so der Wahrheit entsprechen, muss allerdings noch abschließend geprüft werden. Das Team hofft schon bald auf endgültige Ergebnisse.

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aa

  • Quelle:
  • NOIZZ-Redaktion