Und es ist kein Spaß!

Er dreht sich und dreht sich und dreht sich: Der Dönerspieß! Doch das könnte bald ein Ende haben.

Denn: Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments will Phosphat-Zusätze in tiefgefrorenen Fleischspießen verbieten! Wenn das Parlament dieser Linie folgt, könnte das das Ende der Döner-Ära bedeuten! Gefühlt müssten 50 Prozent der Imbisse in Deutschland schließen.

Schuld ist eine Lücke im Recht der Europäischen Union. Obwohl Phosphat bei tiefgefrorenen Dönerspießen in der Regel eingesetzt wird, gibt es dazu keine ausdrückliche Verordnung. Weder ein klares „Ja“ noch „nein“. Und das könnte jetzt das Todesurteil für die Döner-Industrie bedeuten:

„Sofern sich der Einspruch des Europäischen Parlaments durchsetzt, wäre dies das Todesurteil für die gesamte Dönerindustrie in der Europäischen Union“, sagt Kenan Koyuncu, Vorsitzender des Bundesverbandes der Döner- und Drehspießhersteller Deutschlands der BILD. Schließlich werden fast alle Döner gefroren ausgeliefert.

Phosphat bindet Wasser und führt so zu einem besseren Zusammenhalten des Fleisches an den Spießes. Ansonsten würde das Essen vertrocknen und zusehends verfallen. Also ist der Einsatz von Phospjat eigentlich sinnvoll. Deshalb wollte die EU-Kommission die Verwendung auch erlauben, so ist der Zusatz auch bei anderen „Fleischzubereitungen“ erlaubt: Zum Beispiel bei Kassler und Bratwürsten.

Doch dann kam der Einspruch von Sozialisten und Grünen im Umweltausschuss. Sie hätten Sorgen wegen möglicher Auswirkungen auf die Gesundheit.

Diese Sorgen versteht CDU-Politikerin Renate Sommer, Gesundheitsexpertin im EU-Parlament, laut BILD überhaupt nicht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stufe die Aufnahme von bis zu 4200 mg Phosphat pro Tag als unbedenklich ein, sagt sie. Eine Portion Döner enthalte aber nur 134 mg Phosphat.

Also warum das ganze Tohuwabohu? Bei Kassler und Co. ist es ja in Ordnung, und die Gesundheitsrisiken laut Sommer nicht wirklich existent.

Achja: Bei frischen Dönern ist der Zusatz übrigens auch erlaubt... Das versteht wohl niemand.

Quelle: BILD