Und das, obwohl sie unsere nächsten Verwandten sind ...

Ein Team internationaler Forscher hat herausgefunden, dass auf der indonesischen Insel Sumatra eine Art von Orang-Utans existiert, die wir bisher noch nicht kannten. Die Gruppe von etwa 800 Orang-Utans lebte dort jahrelang isoliert von anderen Menschenaffen.

Der bisherige Wissensstand war, dass es nur noch zwei Arten von Orang-Utans gibt. Die eine auf der Insel Borneo, die andere auf Sumatra. Die jetzt bestätigte neue Art hat den Namen Tapanuli-Orang-Utan bekommen, wie die Region, in der sie gefunden wurde.

2013 wurde das Skelett eines von einem Menschen getöteten Orang-Utans entdeckt und seitdem analysiert. Auffällig war dabei, dass es große Unterschiede bei den Schädeln und Zähnen gab und der Fund somit zu keiner bis dato bekannten Orang-Utan-Art gehört.

Durch die Analyse ging außerdem hervor, dass es sich um die direkten Nachkommen der ersten Orang-Utans handeln muss, „die vom asiatischen Festland herüberkamen“, sagt Alexander Nater von der Universität Zürich gegenüber Spiegel Online.

Die tatsächliche Entdeckung dieser Orang-Utans im Norden Sumatras ist nun die Bestätigung, dass es sich um eine neue Art handelt und dass diese Tiere noch leben.

Allerdings ist diese neue Art der Menschenaffen – genau wie die Sumatra- und Borneo-Orang-Utans – gefährdet und vom baldigen Aussterben bedroht. Durch den geplanten Bau von Staudämmen und Abholzung für das Anbauen von Ölpalmen, aus denen Palmöl gewonnen wird, ist der Lebensraum der Orang-Utans in Gefahr.

Leider ist besonders das Anbauen der Ölpalmen kaum noch aufzuhalten. Denn Palmöl ist inzwischen in fast jedem Lebensmittel und Kosmetikartikel enthalten. Man findet es zum Beispiel in Brot, Chips, Nutella, Lippenstift und Seife.

Quelle: Spiegel Online