Nein, eine Papaya verhindert keine Schwangerschaft. Echt jetzt.

Sexuell aufgeklärt zu sein, ist ja manchmal so eine Sache. Im Internet lauern so viele Mythen rund um alles, was mit der Sexualität zu tun hat, dass nichts mehr unmöglich scheint. Die Krönung des Ganzen ist aber ein Tweet von Podcasterin und Twitter-Nutzerin @MissBriaJanay .

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Dort setzte sie ein Bild ab, indem sie verschiedene Kräuter und Früchte vorstellt, die angeblich eine Schwangerschaft verhindern könnten. Mittlerweile ist der Tweet gelöscht worden.

Hier ein Screenshot des fragwürdigen Tweets. Foto: Screenshot Twitter @MissBriaJanay

Zu Gute halten muss man @MIssBriaJanay, dass sie sich selbst nicht als medizinische Expertin sieht. In der Übersicht sind als hilfreiche Pflanzen, um ein Baby zu verhindern unter anderem Papayas, der Niembaum, Asant, Feigen, Vogelknöteriche, wilde Yam-Wurzeln, Polei-Minze und die Trauben-Silberkerze aufgelistet.

Nur noch mal zum Mitschreiben: NICHTS, NICHTS davon hilft, eine Empfängnis zu verhindern.

Zwar wurden einige der Kräuter in der Antike tatsächlich zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt, haben aber nachweislich keinen Effekt.

So wurden Papayas in Sri Lanka verwendet, um eine Schwangerschaft zu verhindern und Frauen im antiken Griechenland rieben sich ihre Vagina mit Polei-Minze ein. Und ja, in Frühstudien wurde die Yam-Knolle benutzt, um das Hormon Progestin zu extrahieren. Aber dafür wurde nicht einfach die Wurzel gegessen, sondern in einem aufwendigen chemischen Prozess der Stoff gewonnen!

Papayas sind nur eins: lecker und antibakteriell. Foto: Charles / unsplash.com

Manche der natürlichen Tipps sind sogar höchstgiftig, wie etwa das Öl der Polei-Minze. In konzentrierter Form kann das Insektizid die Leber und Nieren schädigen, Fehlgeburten und Gebärmutterblutungen auslösen.

Alle der aufgezählten Pflanzen können Fehlgeburten auslösen und werden oft in Ländern verwendet, in denen Abtreibungen illegal sind – mit Ausnahme der Feigen und Papaya. Sollte man also lieber nicht ausprobieren.

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Wer auf Hormone zur Empfängnisverhütung verzichten möchte hat übrigens weitaus weniger gefährliche Alternativen zur Verfügung. Die stammen vielleicht nicht direkt von Mutter Natur, sind dafür aber save und medizinisch geprüft. Zum Beispiel das gute, alte Kondom oder ein Diaphragma.

Quelle: Noizz.de