Sie sehen aus wie ein gezahnter Penis auf vier Beinen, sind für Mediziner aber ein echtes Wunder: Nacktmulle. Die nachtaktiven Tierchen, die in Kolonien leben, kann kaum ein Erreger etwas anhaben. Auch Krebs bekommen Nacktmulle nicht. Forscher wissen nun vielleicht warum.

Es gibt viele Funfacts, die man über Nacktmulle aufzählen kann. Zum Beispiel, dass die Nager vollkommen schmerzunempfindlich sind. Sie spüren ihn einfach nicht. Außerdem werden sie uralt für so ein kleines Tier, bis zu 30 Jahre alt. Faszinierend, oder? Außerdem müssen sich selbst altersschwache Nacktmulle niemals Sorgen über eine Krebserkrankung zu machen. Wieso das so ist, darüber zerbrechen sich Mediziner schon jahrelang den Kopf.

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Onkologen der Universität von Cambridge sind dem Rätsel nun einen Schritt näher gekommen. In einem Fachbeitrag im Magazin Nature veröffentlichten sie neue Erkenntnisse, die auf Ergebnissen einer 2013 veröffentlichte Studie basieren. Die ergab, dass Nacktmulle Hyaluronsäure absondern – ja, der Shit in Kosmetikprodukten gegen Hautalterung. Nur, dass die Hyaluronsäure von Nacktmullen etwa fünfmal länger ist als die vom Menschen. Hyaluronsäure unterstützt Zellen und verhindert ihren Abbau. Dadurch, so die Annahme der Forscher, seien die Tiere für Krebs nicht anfällig.

Ist Hyaluronsäure also nun das Wundermittel gegen Krebs?

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Um die Annahme zu überprüfen, entnahmen die Forscher Nacktmullen jetzt Gewebeproben. Diese Zelllinien aus dem Gewebe, wurden Genen ausgesetzt, von denen bekannt ist, dass sie bei anderen Nagetieren Krebs verursachen. In der Petrischale wurden die Nacktmullzellen dann krebserzeugend und entwickelten sich zu Tumoren, nachdem sie in lebende Mäuse transplantiert wurden (ja, das klingt eklig und ist ein grausamer Tierversuch).

Daraus konnten die Studienautoren nun ableiten, dass Nacktmullzellen nicht von Natur aus immun gegen Krebs sind, sondern dass es eher an einer wirksamen Reaktion des Immunsystems liegen muss, dass sie nicht an Krebs erkranken. Worin diese Reaktion aber besteht, muss noch weiter erforscht werden.

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Quelle: Noizz.de