Erst vor Kurzem verkündeten chinesische Forscher die weltweit erste Geburt genmanipulierter Babys.

Erstmals sind nach chinesischen Angaben mehrere geklonte Affen mit einem absichtlich hervorgerufenem Gendefekt auf die Welt gekommen. Die fünf Makaken-Affen seien kürzlich im Institut für Neurowissenschaften der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Shanghai geboren worden.

Die Forschung der geklonten Affen konzentriere sich auf den sogenannten „circadianen Rhythmus“. Er wird, wenn er gestört ist, beim Menschen mit Schlafstörungen, Depression, Diabetes, Krebs und Alzheimer in Verbindung gebracht.

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Gen- und Klon-Experimenten stehen in der Kritik

Eckhard Wolf vom Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München nannte das Forschungsergebnis eine „große logistische Leistung“. Wenn ethisch und wissenschaftlich belegt sei, dass so ein Experiment notwendig ist, halte er es nicht für verwerflich. Man müsse sich aber die Frage stellen: „Was ist der Nutzen für den Menschen gegenüber dem Leid, den man dem Tier zufügt“, sagte er. Das sei jedes Mal eine Einzelfallentscheidung.

Erst kürzlich sind chinesische Wissenschaftler wegen ihrer Gen- und Klon-Experimente in die Kritik geraten: Ein chinesische Forscher verkündete im November die weltweit erste Geburt genmanipulierter Babys. Sein Experiment hat weltweit Empörung ausgelöst. Eine Frau ist noch schwanger.

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Der Wissenschaftler He Jiankui soll sich finanzielle Mittel eingesammelt und sich der Aufsicht durch seine Universität entzogen haben. Er hatte auf Youtube verkündet, mit einer Genschere Embryonen manipuliert, um sie gegen den Aidserreger HIV resistent zu machen. Die Zwillinge Nana und Lulu seien aber gesund auf die Welt gekommen.

Auch das 2017 erstmals in China gelungene Klonen von Affen ist umstritten, und damit die Sorge um eine Anwendung der Methode bei Menschen wächst.

Wie wurden die Affen genmanipuliert?

Die Forscher sollen im embryonalen Stadium den sogenannten Stoff „BMAL1“ für die Regelung des Biorhythmus ausgeschaltet haben. Damit sollte ein geeigneten DNA-Spender geschaffen werden. Benutzt wurden dabei die Fibroblasten der Affen – eine spezifische Zelle des Bindegewebes. Der Zellkern ist dann in eine kernlose Eizelle übertragen worden.

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Der Direktor des Instituts, Muming Poo, sagte, dass sich die Forschung auf Modelle geklonter Affen mit verschiedenen Hirnkrankheiten konzentrieren werde. Mit ihnen solle auch die Wirksamkeit von Medikamenten getestet werden.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de