Wurden jetzt die letzten Vorurteile aufgebrochen?

Autofahren polarisiert – vor allem, sobald der Gender-Aspekt dazukommt. "Frauen am Steuer", ein Thema, das nicht nur Comedians wie Mario Barth häufig schenkelklopfend und gewohnt eindimensional kommentieren. Auch die vollkommen ernstgemeinte Bildungssendung "Der 7. Sinn" veröffentlichte 1975 ein Lehrvideo, in dem Frauen im Straßenverkehr zu eitlen, unkoordinierten und dauerschminkenden Häschen degradiert werden.

In Deutschland gab es den ersten Führerschein 1909, Männer und Frauen durften die Prüfung seitdem zwar gleichermaßen ablegen, bis 1958 bestimmte aber noch der Ehemann oder Vater, ob eine Frau hinters Steuer durfte. Wundert da jetzt nicht, dass Männer glauben, sie seien per se die besseren Autofahrer.

Eine aktuelle Studie aus Großbritannien widerlegt dies nun allerdings. Zumindest für die britische Bevölkerung. Die Website für Versicherungsvergleiche Confused hat entsprechende Ergebnisse rausgehauen. Im Jahr 2018 wurden 539.000 Menschen für Vergehen im Straßenverkehr in England und Wales verurteilt. Ganze 79 Prozent dieser Autofahrer sind männlich. Nur ein Fünftel aller Unfälle, Geschwindigkeitsüberschreitungen oder sonstiger Ungezogenheiten, werden also von Frauen verursacht. Ein Viertel aller Verkehrsdelikte passiert, weil Männer sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Außerdem sind Männer fünfmal so häufig betrunken am Steuer unterwegs, führt die Studie weiter aus.

Allerdings haben Männer ihre Nase vorne, wenn es darum geht, den Führerschein zu bekommen. Im Jahr 2018 haben 1,6 Millionen Menschen ihren Führerscheintest gemacht. 53 Prozent davon waren Frauen, davon fielen aber mehr Frauen durch als Männer. Außerdem schafften mehr Männer als Frauen ihre Prüfung direkt im ersten Anlauf. Wissen wir jetzt Bescheid, oder wie?

Wie Studien halt so sind, kommt es immer ein bisschen drauf an, von welchem Blickwinkel aus man drauf schaut. Denn nur weil mehr Männer für weit mehr Delikte im Straßenverkehr verantwortlich sind, heißt das ja nicht automatisch, dass sie schlechtere Autofahrer sind. Sie haben nur offenbar weniger Lust, sich an Regeln zu halten. Vielleicht nehmen sich Männer und Frauen da aber eigentlich auch nichts – dennoch wollen Frauen mittlerweile alles richtig machen, gerade weil sie Jahre lang als der epic fail des Straßenverkehrs galten. Wäre ja schön, wenn Genderunterscheidungen beim Autofahren nicht so wichtig wären. Am Ende gehts ja nur darum, irgendwo einzusteigen und irgendwo anzukommen. So einfach ist das.

sis

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Quelle: Noizz.de