Die Stutenbissigkeit unter Frauen wird stärker, je höher die Sprosse der Karriereleiter ist, auf der sie stehen.

Das ist zumindest das Ergebnis einer neuen Studie darüber, wie es sich mit dem kooperativen Verhalten bei Männern und Frauen verhält. Das haben vier Forscher des Emmanuel College (Université du Québec à Montréal) und der Harvard University untersucht. Bisher sind Studien dieser Art an Affen, aber selten an Menschen direkt durchgeführt worden.

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Dabei sind die Wissenschaftler auf eine moderne Form des „Bienenköniginnensyndroms“ gestoßen. So beschreibt man seit 1973 die These, das Arbeitnehmerinnen mit weiblichen untergeordneten Kollegen kritischer umgehen, weil sie womöglich – wie die Bienenkönigin im Tierreich – keine Konkurrenz neben sich akzeptieren.

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Um zu prüfen, ob sich Frauen mitunter wirklich so fies verhalten wie die Plastics in „Girls Club: Vorsichtig bissig!“ oder die Vogue-Chefin in „Der Teufel trägt Prada“, testeten die Experten die Reaktionen von 187 Männern und 188 Frauen in unterschiedlichen Machtpositionen und drei Experimenten.

Das Ergebnis: In allen Versuchen teilten die Alphamänner in den fiktiven sozialen Tests mehr mit ihren Kollegen als die Girlbosses mit ihren Kolleginnen.

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Bevor jetzt die Trolls und Chauvis ihre Tastatur-Gewehre nachladen und fordern, dass Frauen eben genau deshalb nicht in die Chef-Etage gehören – stopp! Jedoch gab es in diesem Jahr schon eine Studie, die aussagt, das Frauen womöglich die besseren Chefs sind. Zwar können wir jetzt so tun, als wären Mobber-Frauen an der Spitze wirklich der Status Quo und uns in einem Stuhlkreis zusammenfinden, um über unsere schlimmen Erfahrungen mit fiesen Frauen als Bosse ärgern.

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Die gibt es unserer Realität mit Sicherheit – aber selbst die Forscher gestehen, dass die Studie ihre Tücken hat. So sagen Joyce Benenson und Henry Markovits vom Emmanuel College, dass der Versuchsaufbau sehr künstlich aufgebaut war. Auch war die Teilnehmerzahl zu begrenzt, um wirklich repräsentativ für die etwa 3,74 Milliarden Frauen zu stehen, die momentan auf der Welt leben. Beim 1. Experiment nahmen 44 Frauen und 44 Männer teil, beim 2. Experiment 93 Frauen und 93 Männer und beim 3. Experiment sogar eine Frau weniger als die 51 männlichen Teilnehmer.

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Und ganz ehrlich: So groß, wie der Gender-Gap in den Chef-Etagen noch ist, fallen cholerische Chefinnen mit Brüsten statt Eiern vielleicht auch einfach nur mehr auf – weil man sie sonst nicht so oft als Boss vor sich hat.

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Zumal Frauen noch immer mit starren sozialen Schubladen zu kämpfen haben: Sie sollen höflich und nett sein, sich lieber anpassen statt anecken und bitte immer schön lächeln. Alles Eigenschaften, an die man nicht unbedingt als Erstes denkt, wenn man sich einen verantwortungsvollen Chef vorstellt. Es ist scheinbar noch immer nicht „normal“ geworden, eine mächtige Frau vor der Nase sitzen zu haben.

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Die Forscher jedenfalls bleiben an dem Thema dran. Hoffentlich finden sie bald heraus, was einen perfekten Chef wirklich ausmacht – und züchten dann einen. Dann müssen wir uns nie wieder mit ätzenden Arbeitgebern herumschlagen – egal ob Männlein oder Weiblein.

  • Quelle:
  • Noizz.de