Könnte man eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus so einfach wie mit einem Schwangerschaftstest entdecken, sähe die Welt ganz anders aus. Kann man aber nicht – noch nicht. Wissenschaftler*innen arbeiten unter Hochdruck an neuen Methoden. Ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Künstliche Intelligenz nun erheblich helfen soll.

Wie "aiin.healthcare" berichtet, arbeiten die Universität zu Chicago und die Argonne National Libroratory gemeinsam an einer Künstlichen Intelligenz (KI), die bei der Analyse von Röntgenbildern und CT-Scans helfen kann, Anzeichen von Corona zu entdecken.

Maryellen Giger, Professorin für Radiologie an der Uni in Chicago, leitet die Forschung und erklärt im Interview für die Webseite der Universität, welche Vorteile die Medizin beim Erkennen von Covid-19-Patient*innen mit ihrer KI hätte.

Künstliche Intelligenz: Mehr Tests, bessere Diagnosen

"Erst mal ist es nützlich, weil Radiologen dann überhaupt einen Weg hätten, das Virus zu identifizieren", so Giger. Bisher laufen Tests ja ausschließlich über Speichelproben. Mehr mögliche Tests gleich weniger Wartezeiten und schnellere Diagnosen, lautet hier die Devise. Das ist aber noch nicht alles.

Computertomographie, kurz: CT. Die Bilder des Scans sind viel besser als normale Röntgenaufnahmen, da sie überlagerungsfreie Aufnahmen darstellen.

"Es bestünde die Möglichkeit, anhand der CT- oder Röntgenaufnahmen zu erkennen, in welchem Stadium sich die Krankheit aktuell befindet. So könnte man direkt die richtigen Hilfsmaßnahmen einleiten." – und auch eine viel spezifischere Diagnose geben, als "positiv" oder "negativ".

Giger betont außerdem, dass die Entwicklung einer solchen KI besondere Bedeutung dadurch erhält, dass aktuell niemand sagen kann, wie lange uns das Coronavirus noch in einem vergleichbaren Ausmaß begleiten wird. Wann die Entwicklung bereit für die klinische Anwendung sein wird, gab die Radiologin noch nicht an.

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Quelle: Noizz.de