Du liebst es, dir am Samstagabend Horrorfilme reinzuziehen? Das könnte womöglich der Grund sein, warum du entspannter durch die Coronakrise kommst, als deine Freund*innen, so eine Studie. Diese hat außerdem ergeben, welches Horrorfilm-Genre am besten auf eine Krise vorbereitet.

Manche würden die aktuelle Coronakrise als Horror bezeichnen. Als Stoff für einen dystopischen Zukunftsfilm, bei dem man ins Zittern kommt. Aber Moment mal – gibt es da nicht Menschen, die auf genau so eine Art Film stehen? Na klar, Horrorfilm-Fans! Und davon dürfte es – wirft man einen Blick in die Kinocharts – gar nicht mal so wenige geben.

Da liegt natürlich die Frage nah: Gefällt es Horrorfilm-Fans genauso gut, in einer Welt zu leben, die tatsächlich von einer Pandemie heimgesucht wird, wie sie es in Filmen lieben? Oder kommen sie zumindest besser mit den einschneidenden Umstellungen klar, die die Corona-Pandemie mit sich brachte? Diese Vermutung legt zumindest eine neue Pre-Print-Studie (was bedeutet, dass sie noch nicht von Fachkolleg*innen begutachtet wurde) nahe.

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Die Studie hat ergeben, dass die Vorliebe für gruselige Filme unsere Fähigkeit, mit einer Pandemie fertig zu werden, tatsächlich beeinflusst: Personen, die einen Horrorfilm genossen, schnitten darin besser ab als diejenigen, denen er nicht gefiel.

Der Horrorclown aus dem Film „Es“

Prepper-Filme: Eine Vorbereitung auf Corona?

Besonders stark untersuchten die Studien-Autor*innen von der Universität Aarhus (Dänemark) das Genre der Prepper-Filme. Darunter zählten sie Filme über Invasionen von Außerirdischen, Zombies und Apokalypsen. Ihre Hypothese: Filme in denen Krisensituationen und Bewältigungsstrategien gezeigt werden, bereiten Menschen mental auf ähnliche Situationen im realen Leben vor. Haben Fans dieser Prepper-Filme also tatsächlich einen mentalen Vorteil bei der Bewältigung der Corona-Pandemie?

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Die Forscher*innen befragten 310 Teilnehmer*innen aus den USA. Diese erhielten einen Fragebogen über ihre Sehgewohnheiten, um herauszufinden, wer von ihnen auch außerhalb der Studie auf Horrorfilme steht.

Psychische Belastbarkeit

Ob eine Person psychisch belastbar ist und in welchem Ausmaß, war unter den experimentellen Bedingungen nur schwer nachzuweisen. Daher untersuchten die Forscher*innen die Berichte der Teilnehme*innen, in denen diese auch über angenehme Erfahrungen während der Pandemie berichten sollten.

Aus den beschriebenen Erfahrungen schlossen die Wissenschaftler*innen, dass höhere Raten positiver Erfahrungen darauf hindeuten könnten, dass eine Person weniger unter der Situation leidet als eine andere Person, die mehr über Stress als über Spaß berichtet. Schließlich erhielten die Teilnehmer einen Fragebogen, auf dem sie beantworten sollten, wie sie sich auf die Covid-19-Pandemie vorbereitet fühlten.

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Prepper-Film-Fans besser vorbereitet

Das Ergebnis: Prepper-Film-Fans waren tatsächlich psychisch eher in der Lage, mit der Pandemie fertig zu werden als Testpersonen, die nicht so sehr auf Horrorfilme stehen. Personen, die keine Prepper-Filme schauen, aber andere Horror-Genres genießen, zeigten zwar psychologische Widerstandsfähigkeit, wiesen aber kein großes Vorwissen zur Vorbereitung auf eine Krise auf.

Scheint so, als ob die ausgiebigen "Scary Movie"-Sessions auf Übernachtungspartys uns widerstandsfähiger gemacht haben – aber nicht unbedingt schlauer.

Quelle: Noizz.de