Denn Kiffer trainieren häufiger und regelmäßiger als Abstinenzler*innen. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie. Besonders erstaunlich: Vor allem bei Senior*innen über 60 Jahren zeigt sich dieser Effekt.

Seit eigentlich immer gibt es über kiffende Boys und Girls das Klischee, dass sie nur chillig auf dem Sofa gammeln und sich schön einen Zug aus der Bong nach der anderen gönnen, irgendwelche Games zocken, Pizza essen und Trash-Filme gucken. Gut, Kultfilme wie Seth Rogens "Ananas Express" und "Harold & Kumar" haben dieses stereotype Stoner-Image popkulturell manifestiert. Wohl ziemlich zu Unrecht, wie eine neue Studie der University of Colorado zeigt.

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In einer Umfrage, die sie nun im "American Journal of Health Behavior" veröffentlichten, fanden die Forscher nämlich heraus, dass Cannabis-Konsument*innen sportlich aktiver sind und häufiger trainieren als Nicht-Konsument*innen. Alles in allem waren die Grasraucher auch gesünder. In der Studie befragten sie die Konsument*innen nicht nur nach ihrem Drogenkonsum und Sportverhalten, sondern überprüften auch ihre Fitness und Gesundheit. Die Ergebnisse waren verblüffend.

Erst der Joint, dann das Workout?

High zum Workout?

Vor allem Cannabiskonsument*innen über 60 Jahre führen anscheinend ein wesentlich gesünderes und auch fitteres Leben, als ihre abstinenten Altersgenossen. Im Vorfeld der Cannabisstudie hat jeder der Probanden bereits an einer viermonatigen Studie teilgenommen, in der der Zusammenhang zwischen Veränderungen der körperlichen Aktivität und der kognitiven Funktion bei älteren Erwachsenen untersucht wurde.

Im Verlauf der Studie haben die Forscher den Body Mass Index (BMI) jedes Teilnehmers gemessen und sie gefragt, wie oft sie Sport treiben oder sich körperlich betätigen. In der zusätzlichen Studie der University of Colorado sollte nun festgestellt werden, ob der Cannabiskonsum von Senior*innen ihre Bewegungsbereitschaft negativ beeinflusst. Da unsere westliche Gesellschaft zunehmend älter wird, kein uninteressantes Themenfeld. Das finden auch die Forscher*innen, wie sie im Onlinemagazin Merry Jane sagten:

"Angesichts der Vielzahl negativer gesundheitlicher Folgen, die mit Inaktivität verbunden sind, und der Schutzfaktoren, die mit Bewegung verbunden sind, müssen wir alles dafür tun, dass wir Faktoren wie Cannabiskonsum besser verstehen – denn sie könnten dazu führen, dass ältere Erwachsene engagierter sind sich zu bewegen."

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Die Prämisse der Studie war eigentlich, dass die Forscher*innen davon ausgingen, dass Cannabiskonsumenten sich weniger oft sportlich betätigen. Das genaue Gegenteil war jedoch der Fall. In der ursprünglichen Studie trainierten alle Senior*innen dreimal pro Woche. Das war den Cannabiskonsument*innen aber nicht genug, sie fügten im Vergleich häufiger zusätzliche Übungstage pro Woche hinzu. Bei einer Umfrage zu gesunden Aktivitäten in der Gemeinde erzielten sie ebenfalls bessere Ergebnisse und hatten einen signifikant niedrigere BMI.

Wie aussagekräftig ist die Studie?

Senioren sind aktiver, wenn sie Gras rauchen

Nun ja, es gibt ein paar Einschränkungen. Natürlich wissen wir nicht, wie vertrauenswürdig die selbst gemachten Angaben in den Fragebögen sind und ob sie der Wahrheit entsprechen. Auch wissen wir nur, dass die Senior*innen Cannabis konsumieren, aber nicht wie viel. Mit 164 Studienteilnehmern ist das Probandenfeld auch recht übersichtlich.

Trotzdem glauben die Forscher*innen, dass ihre Ergebnisse darauf hindeuten könnten, dass es für ältere Erwachsene, die den Cannabiskonsum befürworten, möglicherweise einfacher ist, ihr Trainingsverhalten zu steigern und aufrechtzuerhalten – möglicherweise weil sie ein geringeres Körpergewicht haben als ihre nicht konsumierenden Altersgenossen. Oder aber auch, weil sie weniger Schmerzen spüren als andere Altersgenossen.

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Die Studie ist einer der ersten, die den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Bewegung bei Senior*innen untersucht. Andere Studien legen aber ebenfalls einen positiven Zusammenhang fest. Eine Studie aus dem Jahr 2019 hat den BMI von 33.000 US-Amerikaner*innen verglichen. Das Ergebnis: Gras-Konsument*innen nahmen weniger an Gewicht zu. Viele kombinieren das Workout auch mit einem High: Etwa 82 Prozent aller Cannabiskonsument*innen gaben an, vor dem Training einen Joint zu rauchen.

Ob das nun wirklich gesund ist, hat die Wissenschaft allerdings noch nicht erforscht.

  • Quelle:
  • Noizz.de