"Ökotest" räumt nun mit allen Mythen auf und stellt die Fakten dar. Endlich.

"Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts" – jede*r zweite*r Deutsche. Grund dafür ist wohl das Koffein, ein anregender Inhaltsstoff, der für viele als vollwertiger Schlafersatz funktioniert und den Tag lang Energie in unsere müden Körper pumpt.

Während der schwarze Wachmacher in Strömen fließt und sich Menschen einig sind: "Jaaa, Kaffee!", scheitern wissenschaftliche Studien kläglich beim Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen – ist Kaffee gesund oder ungesund? Wie viel Tassen pro Tag sind gut?

Der "Ökotest" hat sich dem Thema nun in großem Stil gewidmet und diverse glaubhafte Studien verglichen. Für alle, die gerade vielleicht nur eine Espressolänge Zeit haben: Das sind die Ergebnisse!

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Menschen lieben Kaffee und kitschigen Milchschaum. Aber ist er auch gesund?

Kaffee-Mythen im Faktencheck

1 – Kaffee kann gesund sein

Wie im "New England Journal of Medicine" zu lesen, können drei bis fünf Tassen täglich das Risiko verringern, chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, einige Krebserkrankungen und Parkinson zu bekommen. Eine Studie der University of South Australia, die im "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht wurde, zeigt zusätzlich eine Obergrenze von sechs Tassen pro Tag. Danach steige das Risiko auf Herzerkrankungen um 22 Prozent wegen erhöhtem Blutdruck.

2 – Kaffee wirkt bei jedem Menschen anders

Vielleicht einer der wichtigsten Take-Aways: Kaffee beziehungsweise Koffein wirkt bei allen anders. Abgesehen von den Studien, ist auch unser eigenes Gefühl und unsere Erfahrung superwichtig, vielleicht sogar am wichtigsten.

3 – Kaffee ist nicht gleich Koffein

Ein Punkt, der von Studien immer wieder vergessen wird: Bestimmte Inhaltsstoffe von Kaffee können gesund sein, das Koffein aber nicht. Außerdem schwankt der Koffeingehalt auch je nach Sorte. Je höher das Anbaugebiet, desto weniger Koffein. Wer sich gerne täglich ein, zwei Tassen Käffchen gönnen will, ohne danach mit Koffeinschock und zittrigen Händen keinen Stift mehr ruhig anfassen zu können, der fragt im Café einfach nach.

Wenn wir also mal wieder irgendwo lesen, wie gesund Kaffee doch ist, dann mag sein, muss aber nicht unbedingt für das Koffein im Kaffee gelten – eher im Gegenteil.

Kaffee & Kippe sind ungesund, weil: Kippen sind ungesund.

4 – Studien vergessen oft den konsumierenden Menschen

Auch, wenn wir den Kaffee-Lifestyle mit der Muttermilch aufsaugen, leben wir unterschiedliche und auch unterschiedlich gesunde Leben. Ein Kaffee trinkender Raucher wird viel schlechtere Werte haben als ein Kaffee trinkender Sportler. Unabhängig von unseren Veranlagungen spielt unser Lebensstil und unsere sonstige Gesundheit eine riesige Rolle bei der Frage, wie gesund Kaffee für uns ist.

5 – Kaffee ist wahrscheinlich nicht schlecht für unsere Knochen

Super. Wer sich über Kaffee und seine Knochendichte bisher keine Gedanken gemacht hat, der hat auch jetzt keinen Grund, das nachzuholen. Eine schwedische Langzeitstudie im "American Journal of Epidemiology" sowie eine Studie der Universität zu Hongkong bestätigen, dass Kaffee keinen besonderen Einfluss auf unsere Knochen hat – weder im Guten, noch im Schlechten.

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6 – Kaffee enthält Acrylamid

Acrylamid ist ein Stoff, der sich bei Versuchen an Tieren als krebserregend erwiesen hat. In der Produktion kann allerdings darauf geachtet werden, diesen Wert zu reduzieren. Oft wird die Substanz ein wenig unter den Teppich gekehrt.

Kaffee – gesund oder nicht? Fazit

Kaffee scheint bei einem täglichen Konsum von weniger als sechs Tassen nicht ungesund zu sein und kann in manchen Punkten sogar einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Das ist aber von Person zu Person unterschiedlich und berücksichtigt oft nicht das Koffein, das unseren Blutdruck sehr wohl in die Höhe schießen lässt und damit ein Problem sein kann.

Im Großen und Ganzen scheint Kaffee ein Produkt wie jedes anderes zu sein – die Dosis macht das Gift, und wir sind in der Lage, individuell zu bemerken, wie viel uns gut tut und wo wir vielleicht doch einfach mal eine halbe Stunde länger schlafen sollten.

  • Quelle:
  • Noizz.de