Instagram zensiert einen Facefilter, der Schwangerschaftsabbruch Pillen darstellt, weil er scheinbar gegen die Instagramrichtlinien verstößt.

Der Filter ist von Designerin Eva van Kempken und Chloe Karayiannis. Sie wollen mit dem Instagram-Feature auf das Recht der Frau, frei über ihren Körper entscheiden zu dürften, aufmerksam machen. Auf dem Filter ist eine Krone, wie die der amerikanischen Freiheitsstatue abgebildet. Sie besteht aus Tablettenfilmen für Pillen für den Schwangerschaftsabbruch, dazu ein Banner aus Worten: "Liberate Abortion Pills". Instagram sperrte den Filter, mit der Begründung, es wäre gegen die Richtlinien, Werbung für medizinische Pharmazeutika zu machen.

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Die Frauen hinter dem Filter dementierten und äußerten sich auf einem Instagram-Post, der Filter soll die Aufmerksamkeit auf das Recht zum Schwangerschaftsabbruch lenken, die Pillen-Krone ist ein künstlerisches Mittel, um diese Botschaft zu vermitteln. Die Intention war außerdem aus aktuellem Anlass, Aufmerksamkeit auf die Lage in den USA zu lenken.

"Roe v. Wade" vs. "Louisiana abortion law"

Seit dem "Roe v. Wade"-Gesetz, dass seit 1973 erlaubt, dass eine Frau ihre Schwangerschaft bis zur 24. Schwangerschaftswoche abbrechen kann, darf der Bundesstaat erst danach eine Schwangerschaft verbieten. Falls das Louisiana Abortion Llaw ( das neue Gesetz) durchkommt, ist das "Roe v Wade"-Gesetz gefährdet. Denn es steht zurzeit eine Entscheidung über ein Gesetz in Louisiana im Fokus, das dazu führen würde, dass Kliniken in Louisiana, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten, geschlossen werden müssen.

Demonstrierende gegen das neue Gesetzin Louisiana in Washington, USA

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Schwangerschaftsabbrüche können verschiedene Gründe haben

In Amerika hat eine von vier Frauen, bis sie 45 Jahre alt ist, einen Schwangerschaftsabbruch. Dieser kann verschiedene Gründe haben, zum Beispiel dass die Frau nicht bereit ist, Mutter zu werden, eine Schwangerschaft ein hohes Risiko für ihre Gesundheit hat, sie vergewaltigt wurde oder der Fötus während oder nach der Schwangerschaft sterben könnte.

Schwangerschaftsabbrüche oder auch Abtreibungen genannt, sind keine neue Sache, es gab sie, seit es Schwangerschaften gibt. Bereits bei den alten Römern wurden sie durchgeführt. Im England des 18. Jahrhunderts war ein Schwangerschaftsabbruch ab der 18. Woche illegal, sonst nicht. Die Kriminalisierung von Abtreibungen führt in den meisten Fällen zu unsicheren Methoden aber nicht zum Verschwinden der Praktik. Frauen in Zeiten oder Ländern, die Schwangerschaftsabbrüche verbieten, sind einem großen Risiko ausgesetzt, wie Zahlen aus den 20er-Jahren aus Amerika zeigen: 681.000 Abtreibungen wurden damals schätzungsweise pro Jahr illegal durchgeführt, 8.000 bis 10.000 Frauen starben daran.

  • Quelle:
  • Noizz.de