Bye, Bye Böller! Einige Städte machen schon Ernst.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Klar sieht es schön aus, wenn der Silvesterhimmel in bunte Lichtersprenkel getaucht wird. Aber Fakt ist auch: Laut Bundesumweltamt werden zum Jahreswechsel rund 4.500 Tonnen Feinstaub in die Luft geblasen – und das nur in Deutschland. Wenn die Zahl alleine nicht überzeugt, dann vielleicht dieser Vergleich: Das sind gut 15,5 Prozent mehr Feinstaub als der Straßenverkehr alleine im gesamten Jahr in Deutschland produziert.

Hinzukommen mehrere Tonnen Abfall, denn die Straßenreinigung zu Neujahr jedes Jahr aufsammeln muss und unzählige Verletzungen, die durch Feuerwerkskörper und ihren unsachgemäßen Gebrauch verursacht werden. In manchen deutschen Großstädten geht das Böllern soweit, dass man fast Kriegs-ähnliche Zustände erlebt.

Das wiederum ist auch der Grund wieso Haustiere an Silvester ausflippen und viele Flüchtlinge aus Kriegsgebieten posttraumatische Angststörungen erleiden. Stress für unsere Ohren ist so eine laute Silvesternacht auch noch: Knaller, Böller und Feuerwerk können Lärm zwischen 120 und 145 Dezibel erzeugen. Eine Lautstärke bei der man eigentlich einen Gehörschutz tragen sollte.

Alles in allem also nicht so eine gute Umwelt-Bilanz für den Jahrhundertealten Brauch, der ursprünglich mal böse Geister vertreiben sollten. Einige deutsche Städte ziehen deswegen die Reißleine und verbieten das Böllern am 31. Dezember entweder teilweise oder auf dem Ganzen Stadtgebiet.

Wir geben euch einen Überblick, wo Silvester-Raketen bereits verbannt wurden:

Übrigens: Fast 60 Prozent der Deutschen befürworten ein Verbot der Silvesterböllerei, das ergab eine Umfrage von YouGov. Trotzdem geben wir insgesamt jedes Jahr rund 130 Millionen Euro für Raketen und Co. aus.

Aachen

Grabenring

Amrum

komplettes Verbot

Augsburg

Rathausplatz und Umgebung

Bamberg

Innenstadt

Berlin

Brandenburger Tor , im nördlichen Teil des Alexanderplatzes und in der Pallasstraße in Schöneberg

Bielefeld

Bielefelder Boulevard und im neuen Bahnhofsviertel

Braunschweig

rund um die Rathauskolonnaden und Magniviertel

Bremen

gesamte Innenstadt rund ums Rathaus

Darß

Region Fischland-Darß-Zingst an den Abbrennplätzen ist Feuerwerk erlaubt

Dortmund

um den Hauptbahnhof, die Katharinenstraße, Kampstraße einschließlich St. Reinoldi- und St. Marienkirche, am Alten Markt

Duderstadt

Altstadt

Düsseldorf

Altstadt, zwischen Flinger- und Ratinger Straße, zwischen Rheinufer und Heinrich-Heine-Allee

Föhr

komplettes Verbot

Freising

Innenstadt

Fürth

im Bereich der Fürther Freiheit, dem Kohlenmarkt und dem Dreiherrenbrunnen

Geislingen

Altstadt

Göttingen

in den Wallanlagen keine Feuerwerkskörper der Kategorie F2, also Feuerwerkskörper, die eine geringe Gefahr darstellen

Goslar

Altstadt

Hamburg

im Bereich der Binnenalster

Hameln

Altstadt

Hannover

Raschplatz bis Platz der Weltausstellung, Opernplatz bis zum Steintor

Hiddensee

Verbot F2-Feuerwerk

Ingolstadt

gesamte Altstadt

Karlsruhe

in Teilen der Innenstadt: Eislaufbahn am Schlossplatz als Familienzone

Köln

am Kölner Dom, im Norden bis Kyotostraße, östlich bis zum Rheinufer

Landshut

gesamte Innenstadt, dafür gibt es eine Lasershow

Lüchow

Altstadt

Lüneburg

Altstadt

München

Altstadt und Fußgängerzonen

Nürnberg

Bereich der Burg, rund um die Lorenzkirche, sowie am Hauptmarkt

Passau

Innenstadt

Regensburg

Steinerne Brücke

Rügen

Verbot F2-Feuerwerk

Stuttgart

um den Schlossplatz herum

Sylt

komplettes Verbot

Das Verbot in Sylt existiert aber bereits seit 25 Jahren.

Timmendorfer Strand

einzelne Verbotszonen und im Umkreis von Reetgedeckten Häusern

Würzburg

Innenstadt

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Quelle: Noizz.de