Ihre Zahl hat sich seit 2008 vervierfacht.

Eigentlich kennen wir die Mafia nur aus Filmen wie „Der Pate“ oder aus der gleichnamigen Videospielreihe „Mafia“. Wer allerdings gedacht hat, die Mafia würde hauptsächlich in den USA und Italien agieren, liegt falsch.

Neue Zahlen der Bundesregierung belegen: Über 560 Mitglieder und Anhänger der italienischen Mafia sollen in Deutschland leben. Und das sind nur die bekannten Fälle. Die Dunkelziffer dürfte noch einmal weit darüber liegen. 2008 waren nur 136 Mafiamitglieder in Deutschland bekannt.

Wir haben für euch fünf Fakten über die italienische Mafia in Deutschland gesammelt.

1. Die Mafia ist schon lange hier

Schon seit den siebziger Jahren hat sich der Clan „Ndrangheta“ in Deutschland festgesetzt. Die Mitglieder und Unterstützer leben überwiegend in Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Mitte der neunziger Jahre stellten die Behörden fest, dass nach der Wende einige „Ndrangheta-Angehörige“ in den Raum Erfurt, Leipzig und Dresden gezogen waren und dort Restaurants eröffnet hatten.

2. Die Mafia war am Wiederaufbau beteiligt

Nach der Wiedervereinigung zog es einige Mafiamitglieder in den Osten Deutschlands. Nicht nur, weil die Konkurrenz dort noch nicht etabliert war. Anfang der Neunziger gab es auch italienische Einflüsse im deutschen Baugewerbe. Insbesondere die Räume Leipzig und Dresden waren mit italienischen Maurer- und Putzerfirmen durchsetzt.

3. Klar abgesteckte Reviere

Bandenkriege gehören in Filmen und Computerspielen bei der Mafia einfach dazu. Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn neben den kriminellen Machenschaften nicht auch ein wenig Aktion dabei wäre. In Deutschland sieht das etwas anders aus. Die Reviere sind klar abgesteckt. Konflikte zwischen den einzelnen Clans sind eher selten. 2007 geriet der Clan „Nirta-Romeo-Pelle“ ins Rampenlicht. In Duisburg gerieten die Fraktionen der Sippe aneinander. Es kam zu Mehrfachmorden.

4. Polizei hat seit 2008 5,6 Millionen Euro sichergestellt

Das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs und vielleicht auch einer der Gründe, weshalb immer mehr Mafioso nach Deutschland kommen. 2009 machten allein die Clans „Ndrangheta“, „Camorra“ und „Cosa Nostra“ zusammen einen Jahresumsatz zwischen 120 und 180 Milliarden Euro.

5. Die Mafia macht in Drogen

Das Geschäft mit dem Kokain ist für die Mafia auch in Deutschland reizvoll. Die Hauptumschlagsplätze sind die Häfen in Antwerpen, Rotterdam und Hamburg. Das Drogen-Geld wird dann in Pizzerin oder Hotels „gewaschen“. Wer weiß schon, ob beim Lieblingsitaliener nicht Drogen im Keller oder im Hinterraum auf einen Käufer warten.

[Teaserbild: Confira os destaques da programação da Fundação Clóvis Salgado von Prefeitura de Belo Horizonte unter CC]

Quelle: Noizz.de