In den Achtzigern war eine HIV-Infektion ein Todesurteil, heute ist die Krankheit dank moderner Medikamente zumindest therapierbar. Bei der Suche nach einem Heilmittel für die Immunschwächekrankheit Aids gibt es nun endlich Fortschritte: Brasilianische Forscher nutzen erfolgreich Nicotinamide, wie sie auf der Welt-Aids-Konferenz berichteten.

Es ist für viele HIV-positiv getestete Menschen weltweit ein Hoffnungsschimmer: Wie ein brasilianisches Forscherteam auf der virtuell ausgerichteten Welt-Aids-Konferenz mitteilte, besitze ein brasilianischer Patient mehreren Monaten nach einer neuartigen, experimentellen Behandlung keine messbaren Viren mehr im Blut. Dieser Nachweis gilt als ein Hinweis auf eine mögliche Heilung.

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Der sogenannte São-Paulo-Patient hat einem Forschenden-Team zufolge einen Cocktail aus verschiedenen, hoch dosierten antiretroviralen Mitteln bekommen, darunter auch Nicotinamide, eine Form von Vitamin B 3. Seit der Absetzung aller Mittel und Medikamente sei das Virus nicht mehr im Blut nachgewiesen worden. Damit könnte der 36-jährige brasilianische Mann der weltweit dritte Patient sein, der als HIV-geheilt gilt.

Gibt es bald einen Impfstoff gegen HIV?

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2019 gaben Forscher bekannt, dass zwei andere Patienten ebenfalls von HIV geheilt wurden. Allerdings wurde bei ihnen ein völlig anderer Therapieansatz verwendet: Ihnen wurde Knochenmark transplantiert. Die Methode gilt als sehr teurer, ist kompliziert und sehr riskant. Der nun vorgestellte Medikamentenmix scheint da risikoärmer.

Zurzeit wird außerdem an einer Art Impfstoff geforscht. Ein internationales Team stellte auf der Welt-Aids-Konferenz ebenfalls Ergebnisse einer Studie vor, bei der die Probanden alle zwei Monate einen Wirkstoff gespritzt bekommen haben, mit dem eine HIV-Infektion verhindert werden soll. Dieses Medikament ist der Studie nach zu urteilen, viel effektiver als bisherige Pillen, die täglich eingenommen werden müssen.

Sogenannte antiretrovirale Mittel können Infizierte bisher zwar nicht heilen, aber die Verbreitung des HI-Virus im Körper eindämmen. So wird das Risiko einer Übertragung gemindert und die Immunschwäche ist weniger stark. Die 23. Welt-Aids-Konferenz muss in diesem Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie virtuell stattfinden. Vom 6. bis 10. Juli finden zahlreiche Vorträge und Webinare statt, internationale Forscher diskutieren über den aktuellen Forschungsstand und wie die Krankheit gestoppt werden kann.

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  • Quelle:
  • Noizz.de