Und das im Jahr 2017.

Man mag es kaum glauben, aber noch immer ist es in manchen Ländern üblich, Menschen zu ersteigern und sie zum Beispiel auf dem Feld arbeiten zu lassen. Eine Reportage von CNN zeigt, wie es auf solchen Sklavenmärkten in Libyen zugeht. Ein Auktionier beginnt: 800, 900, 1.000 … Verkauft. Innerhalb von Minuten wurde ein Mensch einfach verscherbelt!

Jedes Jahr überqueren tausende Menschen die libysche Grenze. Sie sind Flüchtlinge und eigentlich auf dem Weg nach Europa, in der Hoffnung, dort ein besseres Leben führen zu können. Die meisten haben alles verkauft, um bis an die Küste und von dort nach Europa zu kommen. Doch für viele endet die Reise vor der Küste.

Sie bleiben in den Händen der Schmuggler. Da die Küstenwache diese daran hindert, ihre „Kunden“ nach Europa zu bringen, suchen die Schmuggler sich andere Einnahmequellen. Die einfachste: die gestrandeten Menschen einfach verkaufen.

Hier versuchen sich Flüchtlinge auf das Schiff der libyschen Küstenwache zu retten

Die Auktionen finden in Städten statt, wo Kinder auf den Straßen spielen und die meisten Menschen ihr normales Leben führen – mit Job und Familie. Doch sobald die Auktionsräume betreten werden, fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt.

Ein 21-Jährige junger Mann namens Victory wurde auf so einer Auktion verkauft. Er kommt ursprünglich aus Nigeria und floh wegen der Korruption aus seinem Heimatland. In Libyen angekommen, kam er nach einem Jahr und drei Monaten Flucht nicht mehr weiter.

Er wurde festgenommen und unter erbärmlichen Verhältnissen festgehalten, bis er auf dem Sklavenmarkt verkauft wurde. „Wenn du dir die Menschen hier anschaust und du dir genau die Körper ansiehst, siehst du ihre Kennzeichnungen. Sie wurden geschlagen, verstümmelt“, sagt Victory gegenüber CNN.

Doch nicht nur in Libyen existiert Sklaverei. Auch in der Türkei, Bangladesch und sogar in Deutschland sind Fälle von dutzenden Menschen bekannt, die zur Arbeit gezwungen werden. Laut des „Global Slavery Index“ waren 2016 weltweit 46 Millionen Menschen versklavt.

Einer der bekanntesten Fälle sind die Zwangsarbeiter in Arbeitslagern in Nordkorea, auf den Baustellen der WM-Stadien in Brasilien oder zurzeit in Russland und Katar.

Auf den Baustellen der WM-Stadien in Katar arbeiten unter anderem Zwangsarbeiter aus Sri Lanka

Die australische Menschenrechtsorganisation „Walk Free Foundation“ definiert Sklaverei als Situation, in der Menschen nicht frei entscheiden können, ob sie Arbeit verrichten möchten oder nicht. Somit wird auch Zwangsprostitution als Sklaverei deklariert – und ist mit über 10.000 Fällen mitten in Deutschland ein Fall für das Bundeskriminalamt.

Victory wird freigelassen, sobald er durch seine Arbeit Schulden bei den Menschenhändlern abbezahlt hat. „Meine Mutter lief in verschiedene Dörfer, um sich von verschiedenen Boten Geld zu leihen und mein Leben zu retten“, so Victory. Sobald er es geschafft hat, wieder nach Nigeria zu kommen, will er jedoch nicht zu Hause bleiben. Er will alles daran setzen, seine Reise von vorn zu beginnen und nach Europa zu kommen.

Quelle: The CNN