Apple wollte ihre Idee erst verhindern.

Schon mit 16 Jahren entwickelten die beiden Gründer Oskar Neumann und Jürgen Ulbrich ihre Idee: Appful ist ein Dienst, der innerhalb von fünf Minuten jedem zur eigenen App verhilft –­ ohne Programmierkenntnisse.

Das Smartphone dominiert aktuell quasi alles, was mit Web und Technik zu tun hat. Selbst Tablets werden immer populärer gegenüber klassischen Computern. Ich selbst als Blogger merke das daran, dass mein Blog zu mehr 60% von Smartphones und Tablets aufgerufen wird. Zusätzlich verbringen wir mehr als 80% unserer mobilen Nutzungszeit in Apps, gegenüber nur 20% auf mobilen Websites.”

Mit Appful kann jeder nach dem Baukasten-Prinzip eine App bauen Foto: Promo / Appful

Mit Appful hat also jeder Blogger oder jedes Unternehmen die Möglichkeit, eine App-Version seines Contents zu entwickeln. Der Preis für solche Bau-Pakete beginnt bei 99 Euro, liegt im Schnitt aber bei 400 bis 500 Euro.

Heute zählen Greenpeace und das US-Wissenschaftsmagazin Futurism zu ihren Kunden. Die 20-jährigen studieren Informatik und BWL und führen ihr Unternehmen weiterhin.

Doch vor zwei Jahren stand alles kurz vor dem Aus: Oskar und Jürgen meldeten ihre Firma an, als sie volljährig wurden. Sie gingen zum Notar und erzielte ihre ersten Umsätze. Der Name Appful wurde ins europäische Markenregister eingetragen. Bei Recherchen waren sie zuvor nicht auf ähnliche Markennamen gestoßen, doch nach so einer Marken-Veröffentlichung läuft eine dreimonatige Frist, in der die Konkurrenz Widerspruch einlegen kann.

Und das tat Apple in einem 30 Seiten langen Brief – einen Tag bevor die Frist ablief. Der Konzern zettelt immer wieder Rechtsstreitigkeiten an, weil er sich in seinen Markenrechten verletzt sieht. „Wir haben damals lange überlegt, ob wir uns umbenennen oder vor Gericht ziehen sollen. Dann haben wir einen Brief geschrieben, in dem wir unsere Lage geschildert haben“, sagt Neumann im Gespräch mit Gründerszene.

Die Jungs erklärten dem US-Riesen in einem Brief, was sie vorhatten. Und appelierten an das Unternehmertum, für das ja auch Apple stehe. Und siehe da: „Irgendwann rief dann der Anwalt an und sagte, dass sie den Widerspruch zurückziehen“, so Neumann zu Gründerszene.

Quelle: Gründerszene