Spoiler: Die Seite steckt voller Fehler.

Geht es euch auch manchmal so, dass euch die Fakten bei Faktastisch etwas merkwürdig vorkommen? Dann seid ihr damit nicht allein. Die Seite postet häufig unnützes Wissen, das nur schwer zu verifizieren ist oder wichtige Details außen vor lässt. Trotzdem zählt sie mehr als sechs Millionen Follower auf Instagram und gehört damit zu den beliebtesten Seiten im deutschsprachigen Raum.

Insbesondere in Zeiten, in denen auf faktische Richtigkeit immer weniger Wert gelegt wird, sollte sich eine Seite mit dem Wort „Fakt“ im Namen doch besonders Mühe geben – oder nicht?

Wir haben uns 23 Fakten aus der letzten Woche gegriffen und auf ihre Stichhaltigkeit überprüft.

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Stimmt, allerdings mit zwei Fehlern: Iqbal Masih, wie der Junge heißt, wurde schon im Alter von 12 Jahren ermordert, nicht mit 13. Außerdem konnten wir nirgends eine verifizierbare Quelle für die 34 Millionen Dollar finden. Diese Zahl wird zwar immer wieder in anderen Memes und Quote-Cards im Zusammenhang mit der Geschichte genannt, woher sie stammt, ist jedoch unklar.

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Stimmt!

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Stimmt! So erzählt es zumindest Alfred Taubman, der damalige Chef von A&W, in einem Buch.

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Stimmt! (Krass, oder?)

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Stimmt größtenteils, mit Ausnahme der Gesamtpopulation. Hier schwanken die Quellen beträchtlich. Die 7.000 genannten Elefanten finden sich in einem BBC-Bericht aus dem Mai 2016 wieder, genau wie alle anderen genannten Zahlen. Allerdings gibt es auch andere Angaben. Im September 2016 erschien eine große Studie zu Elefantenpopulationen in Ostafrika, die über einen Zeitraum von drei Jahren von der Stiftung des Microsoft-Co-Gründers Paul G. Allen durchgeführt wurde. In Kenia wurden dort 25.959 Elefanten gezählt. Eine weitere Zählung des kenianischen Umweltministeriums aus dem Jahr 2017 kam in fünf Regionen des Landes auf insgesamt 15.316 Tiere. Die 7.000 genannten liegen also sehr wahrscheinlich unter dem tatsächlichen Wert.

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Jein. Tatsächlich gibt es in Deutschland einen Bußgeldkatalog für das Töten geschützter und bedrohter Tierarten. Dazu gehören auch viele Insekten, unter anderem Wespen und Bienen. Allerdings ist die von Faktastisch genannte Höhe der Strafe sogar noch unter dem theoretisch Möglichen: In Brandenburg, wo das Bußgeld höher liegt als in anderen Bundesländern, können bis zu 65.000 Euro für das Töten einer Wildbiene fällig werden. 10.000 Euro sind lediglich die Grenze im Saarland. Allerdings ist bislang noch kein Fall bekannt, in dem jemals ein Mensch für das Töten einer Biene verurteilt wurde und eine Strafe dieser Höhe zahlen musste.

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Stimmt. Wer kleinlich ist, würde sagen, dass nicht der Film selbst mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, sondern sein Regisseur Walt Disney. Es handelte sich nicht um einen Oscar in einer bestimmten Kategorie, sondern einen Ehrenoscar.

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Stimmt nicht. Diese Behauptung lässt sich ins Jahr 2002 zurückverfolgen, als der Wissenschaftler Dr. Oman Usmani vom Londoner Imperial College eine Studie über die Wirkung des Stoffes Theobromin im Zusammenhang mit Husten veröffentlichte. Der Stoff hat tatsächlich eine hustenlindernde Wirkung, ähnlich der des üblicherweise in Hustenmedikamenten enthaltenen Codeins. Theobromin kommt in Kaffee, Tee und eben auch in Schokolade vor, allerdings in Mengen, die sich nicht wirklich auf einen Reizhusten auswirken. Man müsste sehr viel Schokolade essen, vorzugsweise dunkle, und müsste die Zufuhr konstant über den Krankheitsverlauf aufrecht erhalten. Dass man dabei seine Zähne und sein Gewicht beschädigt, ist wesentlich wahrscheinlicher, als dass sich die Schokolade tatsächlich auf den Husten auswirkt. So einfach ist es leider doch nicht. Trotzdem taucht dieser „Fakt“ alle paar Jahre wieder in den Medien auf.

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Mehr als fraglich. Die einzige Quelle für diese Zahl ist eine Studie, die das britische Unternehmen Diet Chef 2012 in Auftrag gegeben hatte. Diet Chef stellt seinen Kunden Diätpläne zusammen und liefert das entsprechende Essen direkt nach Hause. Erstens wurden in der Studie nur britische Frauen befragt, was Faktastisch nicht erwähnt. Zweitens kommen die 17 Jahre auf merkwürdige Weise zustande: Die Studie will herausgefunden haben, dass Frauen im Durchschnitt zwei Mal pro Jahr für jeweils zirka sieben Wochen Diät machen. Rechnet man das auf die Lebenserwartung der durchschnittlichen Britin hoch (damals 82 Jahre) und zieht die ersten 18 Lebensjahre ab, ergeben sich insgesamt 17 Jahre auf Diät. Dass allerdings Frauen im Rentenalter exakt denselben Ernährungsmustern folgen wie Frauen in ihren Zwanzigern, ist hanebüchen. Wahrscheinlich handelt es sich eher um eine Studie, die hauptsächlich dazu in Auftrag gegeben wurde, das Unternehmen in die Schlagzeilen zu bringen.

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Stimmt!

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Wir haben keine entsprechende Studie im Internet gefunden – lediglich eine Studie der Techniker Krankenkasse, die erwähnt, dass sich zwei Drittel der deutschen Männer in der Regel morgens „gut erholt“ fühlen. Ob das die Grundlage für diesen „Fakt“ ist, wissen wir nicht. Wir haben bei Faktastisch nachgefragt und keine Antwort bekommen.

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Nicht wirklich. Hier wird auf ein Experiment Bezug genommen, dessen Ergebnisse 2014 im Wissenschaftsjournal „The American Naturalist“ erschienen sind. Dort haben Forscher dem Weibchen des vor allem in Nordamerika verbreiteten Maultierhirsches die Geräusche verschiedener Tierbabys vorgespielt, unter anderem auch menschlicher. Das Ergebnis war, dass sich die Hirschkuh jedes Mal näherte, wenn die Schreie innerhalb desselben Frequenzbereichs lagen wie die eines Hirschbabys. Die Lautsprecher waren dabei 100 bis 200 Meter vom Tier entfernt aufgestellt. Bei Seerobben und Murmeltieren näherten sich die Hirschkühe auf bis zu 10 Meter, bei menschlichen Babys, Seelöwen oder Fledermäusen waren es nur noch 25 Meter. Es lag also eher daran, dass die Hirsche fälschlicherweise einen kleinen Artgenossen vermuteten, als dass sie tatsächlich empathisch gegenüber den Babys anderer Spezies sind.

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Stimmt nicht! Der erste Teil der Geschichte ist wahr: Der britische Müllmann Michael Carroll knackte 2002 einen Lotto-Jackpot in Höhe von 9,7 Millionen Pfund – warum auch immer Faktastisch das in US-Dollar umrechnet. Er verprasste die Kohle und arbeitet heutzutage wieder in einfachen Jobs mit bescheidenem Gehalt, allerdings nicht bei seinem ursprünglichen Arbeitgeber, der Müllabfuhr. Tatsächlich wollte er wieder Müllmann sein, wurde aber nicht genommen. 2013 gab er dem „Mirror“ ein Interview, in dem er sagte, dass er in einer schottischen Keksfabrik beschäftigt sei. In einem weiteren Interview im Jahr 2016 hieß es, er arbeite in einem Schlachthaus. Noch vor alledem soll er laut einem Artikel der „Daily Mail“ einen Job als Maler gehabt haben. Von einer Rückkehr in seine Position als Müllmann ist allerdings nirgends die Rede.

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Stimmt!

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So dämlich, dass es nicht mal falsch sein kann. Auf welcher Skala wird Schmerz gemessen? Und wen genau hat man bitte gefragt, wie es sich anfühlt, lebendig verbrannt zu werden? Eine Hexe? Plus: Sind die Schmerzen der gebärenden Frau gemeint oder die des Babys? Fragen über Fragen, die Faktastisch nicht beantwortet.

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Der Zusammenhang ist missverständlich dargestellt. Samuel L. Jackson hat nicht einfach seinen Sprachfehler geheilt, indem er ständig das Wort „Motherfucker“ wiederholt hat. Vielmehr stottert er noch heute an schlechten Tagen ein wenig, und es sind jeweils unterschiedliche Konsonanten, die ihm dabei Probleme bereiten. An solchen Tagen hilft es Jackson, wie er in mehreren Interviews sagte, das Wort „Motherfucker“ zu wiederholen. Während seiner Jugend waren es jedoch eher Sprach- und Atemübungen, die ihm halfen, sein Stottern in den Griff zu bekommen.

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Stimmt! Andere Quellen sprachen aber von bis zu 23 Schnuppen pro Stunde.

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Diese Geschichte beruht, wie man so schön sagt, auf wahren Ereignissen, auch wenn Faktastisch den Zusammenhang zwischen den roten Bienen und dem Marihuana-Fund kein bisschen verständlich macht. Bereits 2009 hatte die Polizei in New York einen Tipp bekommen, dass in jener Kirschenfabrik eine Marihuana-Plantage sein sollte. Da sie nicht genügend Indizien hatte, die eine Durchsuchung rechtfertigen konnten, schliefen die Ermittlungen ein. Dann kam es zu der Geschichte mit den roten Bienen oder besser gesagt: mit dem roten Honig. Mehrere Hobby-Imker in New York beschwerten sich darüber, dass ihre Bienen eine merkwürdig schmeckende rote Masse produzierten, die sie weder verkaufen noch selbst genießen konnten. Es kam schnell der Verdacht auf, dass es irgendwas mit der Kirschenfabrik zu tun haben müsse. Tatsächlich fanden der Fabrikbesitzer und die Imker heraus, dass es in der Produktionskette einen kurzen Moment gab, in dem containerweise Kirschen von einem Teil der Halle in einen anderen über den Bürgersteig transportiert wurden. Dort hatten die Bienen die Chance, sich mit der roten Masse vollzusaugen. Man löste das Probleme mithilfe besserer Verschlüsse für die Fässer.

Das wäre im Grunde auch schon alles gewesen, hätte die Polizei hier nicht einen Vorwand für eine Durchsuchung der Halle gefunden. Es kursierte nämlich auch das Gerücht, die Bienen hätten sich am Abfluss der Fabrik bedient, was der Polizei die Möglichkeit gab, einen Durchsuchungsbeschloss wegen illegaler Müllentsorgung zu bekommen – natürlich mit dem eigentlichen Ziel, die Marihuana-Plantage zu finden. Der Trick gelang und der Fabrikbesitzer nahm sich das Leben. Einen direkten Zusammenhang zwischen den roten Bienen und den Hanfpflanzen gab es nicht.

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Im Originalzitat spricht King von einer „sick society“, also einer kranken Gesellschaft. Dass Faktastisch das mit einer „kranken Vereinigung“ übersetzt, spielt einer gewissen Klientel direkt in die Hände. So wird aus einem Kommentar Kings über den Zustand seines Landes ein verschwörungstheoretischer Wink, der auch in der Kommentarspalte wilde Theorien über Zionisten, Pharmaindustrie, Banken und andere übliche Verdächtige nach sich zieht. Gerade auf diesem Terrain sollte es eine Seite mit „Fakt“ im Namen besonders genau nehmen.

Von insgesamt 23 Fakten waren nur 9 vollkommen fehlerfrei und nicht zu beanstanden. 7 Fakten waren überwiegend korrekt, enthielten jedoch kleine Fehler oder missverständliche Erklärungen. 6 Fakten waren im Kern überwiegend falsch oder entsprachen gar nicht erst der Definition eines „Fakts“. 1 Fakt konnten wir weder verifizieren noch falsifizieren.

Diese Stichprobe zeigt uns zwar keinen Vorsatz, so doch aber einen schluderigen Umgang mit der Wahrheit.

Wir haben die Betreiber von Faktastisch gefragt, wo sie ihre Fakten finden, nach welchen Kritierien sie bei der Suche vorgehen und wie sie ihre Quellen überprüfen. Bis jetzt haben wir keine Antwort erhalten.

  • Quelle:
  • Noizz.de