Denn auf Facebook Live nehmen sich immer wieder Menschen das Leben.

Angesichts mehrerer Fälle von Suizid auf Facebook Live, hat der Konzern angekündigt, künftig mit neuen Tools gegen Selbstmorde vorgehen zu wollen. Das erklärte das Unternehmen am Mittwoch.

So soll es für selbstmordgefährdete User Experten-Unterstützung per Live-Chat und Messenger geben. Dadurch sollen Selbstverletzung und Suizidgedanken früher erkannt werden.

Dafür teste Facebook spezielle Algorithmen, die in Posts und Kommentaren Anzeichen für Selbstmord und Selbstverletzung erkennen und melden. Das Ziel, so Facebook, sei es, verzweifelten Menschen schnellen Zugang zu professioneller Hilfe zu verschaffen.

Schon sieben Fälle

Laut Dan Reidenberg, dem Chef der Seite Save.org, die Facebook berät, habe es seit der Freischaltung der Live Funktion im vergangenen Jahr dort schon sieben Suizide gegeben. Erst im Januar sorgte der Fall einer 14-Jährigen für Aufsehen, die sich in Florida während einer Facebook-Live-Übertragung erhängt hatte.

Auch wenn es bisher vergleichsweise wenige Fälle gibt, zeigt sich Facebook besorgt. Gründer Mark Zuckerberg hatte schon in einem vergangenen Schreiben an die User angekündigt, Selbstmord auf seiner Seite verhindern zu wollen.

„Es gab furchtbare Tragödien – wie Selbstmorde, von denen einige sogar live zu sehen waren – die hätten verhindert werden können, wenn jemand gesehen hätte, was da gerade passiert, und die Betroffenen früher gemeldet hätte“, schrieb Zuckerberg.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Foto: Mark Schiefelbein / dpa / dpa picture alliance

Die Tools sind nicht ohne

Irgendwie klingt das ganze aber auch erschreckend: Facebook will also mit Hilfe von Algorithmen in die Seele seiner User gucken, um ihnen psychologische Hilfe anbieten zu können. Ohne, dass mögliche Betroffenen überhaupt gefragt werden. Zudem ist Facebook mit seinem laschen Umgang mit Cybermobbing oder Hatespeech teilweise nicht ganz unschuldig daran, dass Menschen zur Verzweiflung getrieben werden.

Trotzdem brauchen selbstmordgefährdete Menschen Hilfe, ob nun analog oder digital.

Wer Hilfe braucht, kann diese umgehend bekommen. Etwa bei der kostenlosen 24-Stunden Notfall Seelsorge unter 0800 - 111 0 111.

Quelle: Noizz.de