In den USA gibt es den ersten bestätigten Fall einer Corona-Re-Infektion. Der betroffene Mann überlebte zwar, aber seine Symptome waren bei der zweiten Erkrankung erheblich schlimmer, er musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Was das für die Corona-Immunität und einen möglichen Impfstoff bedeutet.

Ein 25-jähriger Mann in Nevada hat sich zum zweiten Mal mit dem Corona-Virus angesteckt und schlimmere Symptome bekommen, bestätigten Wissenschaftler*innen. Bisher ist es der erste bestätigte Fall einer erneuten Infektion mit Covid-19 in den USA und der fünfte Fall auf der Welt. Obwohl die Anzahl an Re-Infektionen noch sehr niedrig ist, wirft dieser Fall Fragen über die Corona-Immunität des menschlichen Körpers auf.

Nach 48 Tagen steckt sich US-Mann erneut mit Corona an – und muss ins Krankenhaus

Laut einer Fallstudie in "The Lancet" wurde der Mann am 18. April positiv auf SARS-CoV-2 getestet, seine Symptome waren Husten und Übelkeit. Er erholte sich und wurde im Mai negativ auf den Virus getestet. Zum Ende des Monats verschlimmerte sich aber seine Lage: Der 25-Jährige bekam Fieber, Husten und Schwindel. Anfang Juni wurde er wieder positiv getestet und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, um eine Sauerstoffzufuhr zu bekommen. Der Patient hat überlebt.

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Um sicherzustellen, dass es sich bei dem Mann um zwei unterschiedliche Infektionen und nicht eine lang anhaltende Corona-Erkrankung gehandelt hat, haben Forscher*innen die in den zwei Proben enthaltene Genome des Patienten analysiert. Durch die genetischen Unterschiede zwischen den Proben konnten sie eine Zweitinfektion bestätigen.

Einzelne Fälle einer Covid-19-Re-Infektion gab es auch in den Niederlanden, Hong Kong, Belgien und Ecuador. Während die Patient*innen aus den ersten drei Ländern nur leichte Symptome hatten, verschlimmerten sich aber die Symptome bei dem*der Erkrankt*in in Ecuador so wie bei dem Patienten in den USA.

Wie hoch liegen die Chancen einer Re-Infektion?

Die Ergebnisse dieser Studien werfen einige Fragen auf, zum Beispiel: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zweit-Infektion bei Zuvor-Erkrankten? Momentan ist das schwer zu sagen. Einerseits haben sich bereits Millionen von Menschen mit dem Virus infiziert, die Anzahl an bestätigten Re-Infektionen ist aber sehr gering. Andererseits ist der Anfang der Corona-Krise nicht mal ein Jahr her; möglicherweise bekommen wir es mit Re-Infektionen erst in ein paar Monaten richtig zu tun. Zusätzlich ist es sehr umständlich, eine erneute Ansteckung mit Covid-19 zu bestätigen. Erst müssen bei einem*einer Infizierten Tests von beiden Infektionen vorliegen, danach müssen die Corona-Tests analysiert werden. Nur die wenigsten Krankenhäuser haben aber das Equipment oder die Kapazität, diese Analyse durchzuführen.

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Corona-Re-Infektionen: Kann ein Impfstoff überhaupt helfen?

Eine weitere Frage: Wenn Zweitinfektionen möglich sind, könnte dies die Tauglichkeit eines Covid-19-Impfstoffes einschränken? Die Autor*innen der Fallstudie behaupten: Womöglich. Akiko Iwasaki, eine Professorin für Immunbiologie an Yale University, die nicht an der Studie beteiligt war, sagt wiederum: Nein. Da es derzeit keine Indize für eine andere Variante von SARS-CoV-2 gäbe, sollte ein Impfstoff als Schutz vor dem Virus ausreichen. Außerdem sei "das Gute an einer Impfung, dass sie eine bessere Immunität induzieren kann" als die natürliche Reaktion des Körpers.

Was jedoch fest steht: "Unsere Ergebnis zeigen, dass eine vorherige Infektion nicht unbedingt vor einer weiteren Infektion schützen", schrieb Dr. Mark Pandori von der University of Nevada in einem E-Mail-Statement. Expert*innen raten daher, sich weiterhin an die Hygiene-Maßnahmen und Abstands-Regeln zu halten, auch wenn man sich schon mal mit Covid-19 angesteckt hat.

  • Quelle:
  • Noizz.de