Bitte was?!

Elefanten sind eindrucksvolle Tiere, aber auch eine gefährdete Art. Nach Angaben des Internationalen Naturschutzverbands IUCN hat sich der Bestand der Tiere in Afrika zwar etwas erholt – allerdings ist er innerhalb des vergangenen Jahrzehnts weltweit um rund 110.000 auf 415.000 Tiere gefallen.

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Umso erstaunlicher ist nun diese Nachricht, die uns aus dem südöstlichen Afrika ereilt: Dort hat die Regierung von Botsuana die Jagd auf Elefanten nämlich wieder erlaubt. Nach langen Beratungen habe man beschlossen, das seit 2014 geltende Jagdverbot aufzuheben, teilte das Umweltministerium mit.

Das ist ein Scherz, oder?

Leider nicht. Die offizielle Begründung: Konflikte zwischen Elefanten und Menschen hätten zugenommen und dies habe negative Auswirkungen auf die Lebensgrundlage der Menschen gehabt. Nähere Details zu den Regeln für die Elefantenjagd waren zunächst jedoch nicht bekannt.

Wohlgemerkt: In dem Land sollen rund 130.000 bis 150.000 Elefanten leben, das ist etwa ein Drittel des Gesamtbestandes des Kontinents. Eigentlich hat Botsuana einen besonders guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz und ist bei Touristen sehr beliebt. Hinzu kommt, dass der Tourismus ist für Botsuana ein extrem wichtiger Wirtschaftszweig ist. Fast neun Prozent aller Beschäftigten sind laut des World Travel and Tourism Council in der Branche tätig.

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Die Hintergründe

Das Verbot gegen die Jagd von Elefanten wurde 2014 unter dem damaligen Präsidenten Ian Khama eingeführt. Seitdem wurde immer wieder diskutiert, ob es aufgehoben werden soll. Der Konflikt zwischen den Tieren und Menschen war dabei ein großes Thema. In vielen afrikanischen Ländern sind Nationalparks und Tierreservate nicht eingezäunt. So kommt es oft vor, dass Elefanten und andere Tiere in Dörfer oder über Ackerland wandern und die Ernte zerstören.

[Text: sw/dpa]

Quelle: Noizz.de