In Deutschland kommt indes ein Werbeverbot für E-Zigaretten ab 2024.

E-Zigaretten waren eines der Themen 2019. Besonders die zunächst mysteriösen Todesfälle in den USA sorgten dafür. Wie sich herausstellte, waren Liquids mit Vitamin-E-Öl, die meistens aus Straßenverkäufen stammten, daran Schuld. Dem Image der Dampfer hat das aber nicht positiv zugetragen. Das Gegenteil ist der Fall.

Eine neue Studie aus den USA dürfte daran nichts ändern. Die Studie der University of California in San Francisco , die im Fachmagazin"Journal of Preventive Medicine" erschienen ist, bestätigt, dass auch Nutzer von E-Zigaretten und Tabakerhitzern ein deutlich höheres Risiko haben, eine chronische Bronchitis oder andere Lungenkrankheiten zu entwickeln – um genau zu sein, ist es etwa 1,3 Mal so hoch wie bei Nichtrauchern.

Das kommt den E-Zigaretten-Herstellern alles andere als gelegen. Bisher dürfen sie in den USA ihre Produkte als gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten anbieten. Allerdings dürfen sie nicht damit werben, dass sie eine Hilfe beim Rauchentzug seien können, so die Bestimmungen der US-Gesundheitsbehörde FDA.

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Die Studie fand außerdem heraus, dass Menschen, die zum Teil E-Zigaretten und normale Zigaretten rauchen, sogar ein 2,6-fach erhöhtes Risiko für chronische und wahrscheinlich tödliche Lungenkrankheiten entwickeln. Laut Studienleiter Dr. Stanton Glantz sei die E-Zigarette auf keinen Fall eine Hilfe mit dem Rauchen aufzuhören. Sie bewirke eher das Gegenteil, wie er in einem Interview mit dem US-TV-Sender ABC sagte: "Es ist ein doppelter Betrug. Ein Raucher versucht, mit E-Zigaretten aufzuhören, aber dadurch fällt es ihm schwerer, aufzuhören und sein Krankheitsrisiko steigt."

Für die Studie wurden 32.000 Erwachsene über drei Jahre hinweg beobachtet und untersucht. In der Probandengruppe wurden E-Zigaretten-Nutzer mit Shisha-Rauchern, normale Zigaretten-Raucher und Nichtraucher verglichen. Die Studie fand außerdem heraus, dass ehemalige Tabakraucher bei dem Umstieg auf die E-Zigarette ihr Risiko für eine Lungenkrankheit zumindest minimieren konnten. Mit 1,5 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit ist es aber immer noch höher als bei Menschen, die nur E-Zigarette rauchen.

Die Studienergebnisse machen allerdings auch darauf aufmerksam, dass die elektronische Rauchalternative keinesfalls so "gesund" ist, wie sie oft beworben wird. Alleine in den USA ist die Zahl der Vaper im High-School-Alter von 2018 auf 2019 von 3,6 Millionen auf 5,4 Millionen gestiegen. Für sie sind die E-Zigaretten mit angenehmen Aromen eher eine Einstiegsdroge, als eine Entwöhnung.

2024 kommt in Deutschland ein totales Werbeverbot fürs Rauchen

Bei uns in Deutschland gibt es hingegen nun einen Durchbruch nach jahrelangem Streit: Plakatwerbung fürs Rauchen soll nach dem Willen der CDU ab 2022 schrittweise verboten werden. Damit zeichnet sich in der Koalition nun eine gemeinsame Linie mit der SPD ab, um besonders junge Leute auch vor Risiken neuer Angebote zu bewahren. Der Plan sieht bis jetzt ein weitgehendes Außenwerbeverbot für klassische Tabakprodukte ab 1. Januar 2022 vor. Für Tabakerhitzer soll es ab 1. Januar 2023 greifen, für E-Zigaretten dann ab 1. Januar 2024.

Ärzte begrüßen den Schritt der Bundesregierung, die Tabakindustrie sieht das natürlich kritischer – immerhin war Deutschland bis dato das einzige Land in der EU, das noch Außenwerbung für Tabakprodukte erlaubt hatte. Aus Sich der Tabakindustrie sei das ein "unverhältnismäßigen Grundrechtseingriff" in die Freiheit zu werben. Maßgebend für den Rauchbeginn besonders von Minderjährigen sei das Rauchverhalten bei Freunden und in der Familie - nicht Werbung.

>> Ärzte fordern: Endlich ein umfassendes Werbeverbot fürs Rauchen!

>> Vitamin-E-Öl spielt eine Rolle bei Toten durch E-Zigarette

[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de