Während Wissenschaftler auf der ganzen Welt in Laboren an einem Corona-Impfstoff arbeiten, haben ein paar Lamas auf einer Farm in Belgien einen erfolgreichen Antikörper gegen das Virus entwickelt. Kann das auch uns Menschen weiterhelfen?

Wenn dein Forschungsobjekt riesige Augen, weiches Fell und einen Namen hat, dann hast du dir den richtigen Beruf ausgesucht. Dieses Glück haben Forscher in Belgien, die seit mehreren Jahren mit 130 Lamas auf einer Farm in Belgien arbeiten dürfen. Die Untersuchungen haben sich jetzt zufällig ausgezahlt – denn ihre Lamas haben einen erfolgreichen Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt.

Lamas und Alpakas haben einfach den richtigen Vibe, um das Virus zu bekämpfen

Besonders das 4-jährige Lama "Winter" hat den Wissenschaftlern dabei geholfen. Winter wurde ursprünglich auf seine Reaktion auf MERS und SARS getestet. Eigentlich neigte sich diese Studie Anfang des Jahres dem Ende zu, doch mit Anbeginn der Corona-Epidemie entschieden sich die Forscher, die Studie laufen zu lassen. COVID-19 und SARS-CoV-2 ähneln sich stark in der Struktur, weshalb die Forscher neue Relevanz in ihren bisherigen Untersuchungen vermuteten. Ihre Funde veröffentlichten sie im wissenschaftlichen Journal "Cell".

Lamas können etwas, das Menschen nicht können

Die Forscher wurden fündig. Während Menschen nur eine Sorte Y-förmiger Antikörper entwickeln können, entwickeln Lamas zwei Sorten Antikörper. Eine davon sieht dem des Menschen sehr ähnlich – die andere ist jedoch viel kleiner, nur ein Viertel der Größe des menschlichen Antikörpers. Das erlaubt ihm, sich besser an kleine Einkerbungen des Coronavirus anzuheften und ihn vom Eindringen in andere Zellen abzuhalten. Solche Antikörper haben übrigens auch Haie – doch die sind als Forschungsmodell relativ ungeeignet.

Auch Alpacas haben solche kleineren Antikörper

Forscher prüfen nun, wie sicher es ist, die Antikörper eines Lamas in einen Menschen zu spritzen. Und selbst wenn es sicher wäre – die Lama-Antikörper könnten den Menschen nur für ein bis zwei Monate vor dem Virus schützen, bevor sie abgebaut werden. Es wäre trotzdem ein enormer Fortschritt in der Bekämpfung des Virus. Besonders für Ärzt*innen und Pflegekräfte wäre eine solche kurzweilige Impfung von enormen Wert in der Behandlung von COVID-Patient*innen.

>> 70 potenzielle Corona-Impfstoffe sind gerade in Arbeit

>> Für den Corona-Impfstoff sind Tierversuche wohl unverzichtbar

  • Quelle:
  • Noizz.de