Sie ist 29 Jahre alt und lebt in Kalifornien.

Das Klischee will es, dass Naturwissenschaften eher was für Jungs sind – siehe die Kult-Serie "Big Bang Theorie" mit ihren vielen männlichen Charakteren.

Jetzt hat eine 29-jährige Frau der ganzen Welt gezeigt, dass solche Vorstellungen der Vergangenheit angehören: Katie Bouman. Sie war nämlich maßgeblich an der News beteiligt, die am Mittwoch alle staunen ließ: das erste Bild eines Schwarzen Lochs.

Und so sieht es aus: das Schwarze Loch Foto: dpa picture alliance

Falls du tatsächlich nicht mitbekommen haben solltest, was passiert ist: Zwei Jahre lang haben Astronomen die Beobachtungen ausgewertet, für die sich acht Observatorien auf vier Kontinenten zum "Event Horizon Telescope" zusammengetan haben. Auf sechs zeitgleichen Pressekonferenzen rund um den Globus stellte das Team das Ergebnis vor: Einen leuchtende Ring mit einem schwarzen Zentrum. Zuvor hatte es lediglich Illustrationen von Schwarzen Löchern und ihrer unmittelbaren Umgebung gegeben.

Katie Bouman war es, die mit ihrem Team einen Algorithmus entwickelte, der die Fotos von 64 Festplatten zu einem einzigen zusammenrechnete:

Und so sah Katie Bouman aus, während das Bild entstand:

Katie Bouman hat für ihre Leistung übrigens einige Props aus der Wissenschaftswelt bekommen – zum Beispiel von der wichtigen Smithsonian Institution und der Elite-Uni Massachusetts Institute of Technology (MIT):

Sie selbst betont, dass es eine Teamleistung gewesen sei und ihren Kollegen genauso viel Ehre gebühre:

Wo liegt das Schwarze Loch?

Die Forscher haben das Zentrum der gigantischen Galaxie Messier 87 (M87) ins Visier genommen. Aus anderen, indirekten Beobachtungen wussten sie bereits, dass im Zentrum von M87 ein gewaltiges Schwarzes Loch sitzt, dass die milliardenfache Masse unserer Sonne hat. Mit dem Teleskopnetzwerk haben die Astronomen dieses Schwarze Loch nun erstmals direkt abgebildet.

"Das ist das erste Bild eines Schwarzen Lochs", betonte der Vorsitzende des EHT-Wissenschaftsrats, Heino Falcke von der niederländischen Radboud-Universität, auf der Pressekonferenz in Brüssel. Die Aufnahme zeigt einen leuchtenden Ring mit einem dunklen Kern - dem Schwarzen Loch.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de