Dieses Museum besteht aus lauter Produkt-Flops.

Wir alle kennen das Gefühl des Scheiterns. Im besten Fall versuchen wir aus unseren Fehlern zu lernen und hoffen danach nie wieder an sie erinnert zu werden. Ein Museum macht genau das Gegenteil und hebt das Scheitern besonders hervor. Das Repertoire des "Museum Of Failure" hat die schlimmsten Design-Flops aus aller Welt zu bieten und feiert die Fehltritte, die viele lieber vergessen würden.

"Trump - The Game" fand bereits 1989 keine Käufer

Die Angst vor dem Scheitern, will der Psychologe Samuel West durchbrechen. Der Schwede hatte 2017 die Idee für das ungewöhnliche Museum. "Es ist schlau, aus den eigenen Fehlern zu lernen, aber noch schlauer, aus den Fehlern anderer zu lernen," erzählt Samuel NOIZZ.

Samuel West hatte die Idee zum "Museum Of Failure"

Für Samuel ist Misserfolg ein natürlicher Teil einer Innovation, deshalb unterteilt er den Erfolg in zwei Arten: zum einen absurde Produkte von denen Unternehmen dachten, das sie erfolgreich werden. Ausgestellt sind für diese Art des Fails beispielsweise der Zahnpasta-Hersteller Colgate, der sich in den Achtzigern an der Herstellung von Mikrowellen Lasagne versuchte oder der Chipshersteller Pringles, der fettfreie Chips produzierte, die jedoch abführende Wirkungen bei den Konsumenten auslösten. Andere scheiterten, weil die Erfindungen nicht zukunftsorientiert angelegt waren: etwa der Betamax von Sony oder der Blockbuster Videoverleih.

Samuel erklärt sein Bewertungsraster, wie folgt: "Wenn von einem neuen Produkt oder einer neuen Dienstleistung erwartet wird, dass sie Geld bringt und dann aber auf dem Markt scheitert, ist das ein Misserfolg." Und damit genau das Richtige für sein Museum!

Colgate steht eigentlich für Zahnpasta. In den Achtzigern versuchten sie sich an Tiefkühl-Lasange
Diese fettfreien Chips von Pringles waren zum Scheitern verurteilt

Die ziemlich verrückten Produkte kauft er online oder werden von den Firmen oder den Erfindern sogar selbst gespendet, sagt Samuel. Sogar Big-Player, wie Apple und Google wollen dazugehören, was zeigt, dass diese Unternehmen sowohl innovativ als auch humorvoll sind.

Auch Samuel ist erfahren im Bereich des persönlichen und beruflichen Versagens. Sein größter Fehler sei, dass er die finanziellen Aspekte während seiner Arbeit oft vernachlässigt hat. Doch genau dieses Scheitern führt seiner Meinung nach zum Erfolg. "Erfolg bedeutet nämlich in der Regel, sinnvolle Risiken einzugehen, auch wenn diese Risiken oft als Misserfolge enden," erklärt er.

Für sein "Museum of Failure" hofft er natürlich das Gegenteil: "Ich hoffe, dass es nicht als finanzieller Mist endet."

Etwas ironisch wäre es schon, wenn ausgrechnet das Museum des Scheiterns am Ende auch versagt...

Diese Maske soll das Gesicht schöner machen - durch Elektroschocks!
Die Schauspielerin Linda Evans warb 1999 mit ihrem Gesicht für die Beauty-Maske
Spray-Kondom war nicht wirklich eine sichere Sache. Am Ende landete es im "Museum Of Failure"
Der Traditionsmarke Heinz brachte einen lila Ketchup heraus
Diese Puppe von 1965 wurde erfunden um Kindern zu zeigen, dass nicht jeder priviligiert ist - auch sie floppte
Die Google-Brille macht optisch eigentlich schon etwas her, aber setzte sich am Markt nie wirklich durch
Das N-Gage von Nokia (2003) scheiterte wegen seines unglaublich hässlichen Designs
Coca-Cola Blāk war lediglich zwei Jahre im Handel (2006-2008), weil offensichtlich keiner eine Coke mit Kaffee-Aroma trinken wollte
Der Versuch des Motorrad-Herstellers Harley Davidson, ein Parfüm auf den Markt zu bringen

Im September soll das "Museum Of Failure" auch nach Deutschland kommen. Dafür ruft Samuel zusammen mit der Hamburg NEXT Conference unter dem Hashtag #FailLikeAGerman die Deutschendazu auf, zu ihren Fehlern zu stehen. Gesucht werden Produkt-Fails oder in irgendeiner Form gescheiterte Innovationen, die dann in München ausgestellt werden sollen.

Schlecht produzierte Produkte qualifizieren sich allerdings nicht für einen Platz im Museum. Es muss sich schon um missglückte Innovationen handeln.

  • Quelle:
  • Noizz.de