2011 haben Forscher*innen in der Antarktis ein seltsames Fossil gefunden: Ein braunes Ding, das aussieht, wie ein alter Fußball ohne Luft. Jetzt hat sich herausgestellt, dass es sich bei dem Fund um ein Millionen Jahre altes Ei handelt!

"Das Ding", wie das Fossil wirklich jahrelang von Forscher*innen genannt wurde, lag seit seinem Fund im Jahr 2011 in Museumsarchiven – weil einfach niemand wusste, was es ist. Chilenische Wissenschaftler hatten das 28 mal 18 Zentimeter große, schrumpelige Objekt vor neun Jahren aus dem Eis gezogen.

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US-Forscherin hat den richtigen Riecher: Es ist ein Ei!

Doch jetzt hat die US-Paläontologin Julia Clarke das Geheimnis des seltsamen Gegenstands aus der Antarktis gelüftet: Das etwa 66 Millionen Jahre alte versteinerte Objekt ist ein weichschaliges Ei, das vermutlich von einem gigantischen Meeresreptil stammt.

In einem Artikel, den Clarks Forschergruppe von der University of Texas diese Woche in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht hat, heißt es, dass es sich bei dem Fossil um das größte weichschalige Ei, das jemals gefunden wurde, handelt – und um das zweitgrößte, das insgesamt je gefunden wurde (nur übertroffen von dem eines ausgestorbenen Elefantenvogels).

Stammt das Ei von einem Dinosaurier?

Die Forscher*innen vermuten, dass das versteinerte Ei von einem Reptil stammt, das mindestens sechs Meter gemessen hat – es könnte ein Mosasaurier gewesen sein. Auch weitere Indizien in der Nähe der Fundstelle sprechen dafür: Dort entdeckten die Paläontologen nämlich auch die Skelette von Baby-Mosasauriern. "Es ist sehr selten, dass man fossile, weichschalige Eier findet, die so gut erhalten sind", sagte der Hauptautor des Artikels, Lucas Legendre, wie "Der Spiegel" berichtet. "Wir wussten bisher nicht, dass solche Eier eine so enorme Größe erreichen können."

Symbolbild: So sah wahrscheinlich ein Mosasaurier aus.

Vor gut 66 Millionen Jahren lebten in der Antarktis viele Dinosaurier, allerdings seien die meisten alleine durch ihre geringe Größe nicht in der Lage gewesen, ein Ei dieses Ausmaßes auszubrüten. Die Entdeckung könnte das Wissen über das Leben und die Fortpflanzung der Meerestiere dieser Epoche verändern, sind die Wissenschaftler überzeugt.

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Quelle: Noizz.de