Definitiv nicht die "Good News of the Day". Die Forschungsergebnisse aus Harvard können uns aber auch helfen, besser mit der Coronavirus-Pandemie umzugehen. Auch wenn Social-Distancing unseren Alltag wohl noch eine Zeit lang begleiten wird ...

Social-Distancing ist eigentlich ein ziemlich irreführender Begriff. Denn dank digitaler Kommunikation und viel Hilfsbereitschaft, distanzieren wir uns nun wirklich nicht in Hinsicht auf unser Sozialleben. Der Begriff "Physical-DIstancing", also die körperliche Distanz, würde es schon eher treffen. Das wird uns auch noch eine Zeit lang so gehen, nämlich bis 2022 – prognostiziert zumindest eine Forschungsgruppe der US-Elite-Uni Harvard.

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Die Experten um den Epidemiologen Edward Goldstein sind der Frage nachgegangen, wie ein normaler Alltag nach dem Coronavirus aussehen könnte und sind dabei verschiedene Szenarien durchgegangen. Dabei kommen sie zu dem Entschluss, dass die Social-Distancing-Maßnahmen uns noch mindestens bis 2022 erhalten bleiben werden. Außerdem haben sie auch die Auswirkungen und Folgen verschiedener Lockerungsmaßnahmen genauer angeschaut. Ihre Ergebnisse haben sie im renommierten Fachmagazin "Science" veröffentlicht.

Langsam zurück zur Normalität oder schnelle Lockerung?

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Auch in Deutschland diskutieren Politiker*innen zurzeit, wie mögliche Lockerungen aussehen könnten, ohne das auf einmal viel zu viele Menschen auf an Covid-19 erkranken. Damit das nicht passiert, sagen die Harvard-Forscher, müssen wir wohl bis 2022 untereinander eher auf Abstand gehen. Der Grund hierfür: Wenn wir auf einmal aufhören auf Abstand zu gehen, könnten wir wohlmöglich den Höhepunkt der Epidemie nur nach hinten verzögern – und so unter Umständen alles noch schlimmer machen, als es jetzt schon ist.

Zudem gebe es einige noch ungeklärte Faktoren, die wir erst noch beobachten müssen. Etwa, ob im Sommer weniger Menschen an Covid-19 erkranken, ähnlich wie bei einer Grippe und ob Menschen wirklich immun werden, nachdem sie sich einmal infiziert haben. Auch sei unklar, ob der Kontakt mit Coronaviren, die nur eine leichte Krankheiten verursachen, einen wirklichen Schutz gegen den Erreger geben, der Covid-19 verursacht – davon hängt indirekt auch die Frage nach einem Impfstoff ab.

Für ihre Prognose verwendet das Harvard-Forschungsteam komplexe Computermodelle, die den Pandemieverlauf im Hinblick auf verschiedene Maßnahmen berechnen. Nach deren Auswertung gehen sie davon aus, dass das Coronavirus sich in Zukunft ähnlich wie die Grippe saisonal um den Globus verbreiten wird. Wir müssen uns also ans Abstand halten gewöhnen müssen. Welche Auswirkungen das auf unser Seelenheil haben wird und wie wir damit umgehen, wird laut Prognose der Harvard-Forschern uns in Zukunft noch mehr beschäftigen.

  • Quelle:
  • Noizz.de