Auch noch 28 Jahre nach den „Montagsdemos“.

Demokratie, Meinungsfreiheit, offene Grenzen. Für uns ist das selbstverständlich. Nach der Wende geboren, sind wir nichts Anderes gewöhnt. Aufgewachsen in einem vereinigten Deutschland und in einem grenzenlosen Europa mussten wir uns nie Gedanken über Einschränkungen machen.

Dieser Drang nach Freiheit und Grenzenlosigkeit zog am 9. Oktober 1989 mehr als 70.000 Menschen auf die Straße. Warum das noch immer von Bedeutung ist? Den Demonstranten wurde mit Schießbefehlen von der SED-Führung gedroht, was zu einem blutigen Niederschlag des gewaltfreien Widerstandes geführt hätte. Als Zeichen der Gewaltlosigkeit trugen die Demonstranten Kerzen in ihren Händen, um ihre Wehrlosigkeit zu verdeutlichen.

Mich selbst gäbe es gar nicht, ohne diese friedlichen Demos von damals. Meine Eltern haben sich nach der Wende erst kennengelernt. Meine Mutter hat damals an den Demos teilgenommen, sie wollte raus aus der DDR. Streit gab es darüber zu Hause mit meinem Opa. Er wollte nicht, dass sie mitdemonstrierte – viel zu gefährlich. Sie hat sich davon nicht abbringen lassen und wurde ein Teil dieser friedlichen und revolutionären Bewegung.

Am Montag, 28 Jahre nach der Montagsdemo, erinnern sich tausende Menschen gemeinsam daran – beim Lichterfest in Leipzig. Mehr als 12.000 Gäste werden erwartet. Pressefreiheit, Offenheit und Verantwortung sind Themen der Veranstaltung. Die Gäste können Kerzen anzünden – und gemeinsam die Demonstrationsroute von 1989 ablaufen.

Quelle: Noizz.de