Im Mittelalter raffte sie Millionen von Menschen dahin.

„Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord ...“ Diese Zeilen von Heinos Lied kennt wohl jeder. Mitschunkeln sollte man jetzt aber nicht. Denn die uralte Krankheit ist tatsächlich wieder zurück auf der Insel im Indischen Ozean.

Im Mittelalter raffte der sogenannte Schwarze Tod Millionen Menschen dahin. Auf Madagaskar infizieren sich jährlich nach wie vor etwa 400 Einwohner. Doch dieses Jahr ist es besonders schlimm. Sie ist in untypischen Gegenden und in Großstädten ausgebrochen. Sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt jetzt Alarm.

Diese Kinder wollen sich mit einem Mundschutz vor einer Infektion schützen

Nach Angaben des örtlichen Gesundheitsministeriums sind dieses Jahr schon kurz nach Beginn der Pestsaison, die jährlich von September bis April dauert, etwa 130 Menschen erkrankt. Etwa die Hälfte davon an der gefährlichen Lungenpest. Mehr als 20 Menschen sind bereits gestorben.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Pest:

Die Pest wird durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst. Übertragen wird der Erreger für Beulenpest durch kleine Säugetiere wie Ratten und durch Flöhe.

Lungenpest entsteht entweder durch eine verschleppte Beulenpest oder verbreitet sich über Tröpfcheninfektionen, zum Beispiel durch Husten.

Durch Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit. Bei der Beulenpest schwellen zusätzlich die Lymphknoten an.

Die sicherste Behandlungsmethode ist die mit Antibiotikum. Voraussetzung: Der Ausbruch wurde früh genug erkannt. Lungenpest endet unbehandelt – im Gegensatz zur Beulenpest – immer tödlich.

Noch sieht die WHO keinen Anlass für Reisebeschränkungen. Touristen sollten sich mit Insektenschutzmitteln vor Flöhen schützen (am besten sind dabei Insektizide mit DEET). Nebeneffekt: Man schützt sich gleichzeitig vor Malaria.

Nach Angaben der WHO könnte die Krankheit auf benachbarte Inseln übergreifen. Eine globale Ausbreitung sei aber nicht wahrscheinlich.

Quelle: WHO