Wie viel verdienen Austronaut*innen eigentlich – und warum fallen ihre Fingernägel ab? Von Sex auf der Raumstation bis zum Toilettengang: Hier kommen die zehn spannendsten Fun Facts zur Raumfahrt.

1. Die Astronauten der ersten Mondlandung waren nicht versichert

Die legendäre Raumfahrtmission Apollo 11, die zur ersten bemannten Mondlandung führte, war ein voller Erfolg – das konnte jedoch niemand vorher wissen. Als Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin 1969 als erste Menschen zum Mond reisten, hatte keiner der Astronauten eine Lebensversicherung abgeschlossen – trotz der Befürchtungen, dass sie nicht von ihrer Mission zurückkehren würden.

24 Juli 1969: US-Präsident Richard Nixon begrüßt die noch in Quarantäne befindlichen Apollo-11-Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin nach ihrer Mondlandung

Und genau für diesen Fall hatten sie sich einen klugen Plan ausgedacht, der helfen sollte, ihre Familien finanziell abzusichern: Die Astronauten unterschrieben Fotos von sich, die ihre Familien im Falle ihres Todes verkaufen konnten. Ein schwacher Trost, aber vermutlich ein Vermögen wert.

2. Die Fingernägel vieler Astronaute*innen fallen ab

Was Astronaut*innen im All am meisten wehtut? Nicht das Herz vor lauter Heimweh: Es sind ihre Hände, die ständig schmerzen! Die steifen Handschuhe, die Astronaut*innen tragen müssen, werden besonders dann zur Qual, wenn achtstündige Montage-Arbeiten anstehen: Und die sind keine Seltenheit. Blasen und Abschürfungen sind noch das geringste Problem. Denn eine zeigt Statistik: Von 232 NASA-Astronaut*innen mit vollständiger Krankenakte, berichten 22 davon, dass ihre Fingernägel abgefallen sind. Autsch.

3. Sex ist auf der ISS verboten

NASA-Kommandant Alan Poindexter sagte einem Reporter 2010, dass Geschlechtsverkehr an Bord der Internationalen Raumstation nicht erlaubt sei. "Wir sind Profis", sagte er. "Wir behandeln einander mit Respekt, und wir haben eine großartige Arbeitsbeziehung. Persönliche Beziehungen sind kein Thema. Wir haben sie nicht und werden sie auch nicht haben."

Die Raumstation ISS

4. Das All ist eine Schrott-Deponie

Über unseren Köpfen schwirren Unmengen an Schrott umher: Ausgediente Satelliten, verlorene Schraubenzieher und abgesplitterte Lackpartikel. Fast 6.500 Tonnen Schrott rasen so schnell durchs All, dass sie zu gefährlichen Geschossen werden können. Erst die Weltmeere, dann auch noch das Weltall: toll gemacht, Menschheit.

5. Astronaut*innen verdienen gar nicht mal so fett

Ein Astronaut*innen-Gehalt ist im Vergleich zu anderen Top-Jobs nicht üppig. Es fängt bei 5.000 Euro pro Monat steuerfrei an. Nach dem ersten erfolgreichen Flug gibt es dann mehr. Dabei müssen Astronaut*innen wahre Multitalente sein (zum Beispiel auch verstopfte Toiletten reparieren) und arbeiten rund um die Uhr: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst war in 166 Tagen im All an über 100 Versuchen beteiligt. Nur am Sonntag hatte er frei.

Alexander Gerst

6. Astronaut*innen pinkeln vor Abflug an den Bus

Vor den Starts der Raketen vom Weltraumbahnhof Baikonur hält der Bus mit den Astronaut*innen auf dem Weg zur Startrampe an. Sie steigen aus und pinkeln an den rechten hinteren Reifen des Busses. Weibliche Astronautinnen schütten ihren Urin aus einem Becher an den Reifen. Der Brauch geht auf Raumfahrt-Pionier Juri Gagarin zurück: Er war der erste Mensch im Weltraum. Auf seiner Fahrt zum Weltraumbahnhof 1961 musste er dringend pinkeln und erleichterte sich am Busreifen. Das Ritual soll eine sichere Rückkehr garantieren.

Juri Gagarin, der erste Mensch im All

7. Der Toilettengang im All ist politisch

Wo wir schon mal beim Thema Exkremente sind, hier noch ein paar interessante Fakten dazu. Da man im Weltall seinen Harndrang nicht spürt, sind Astronaut*innen darauf trainiert, alle zwei Stunden zur Toilette zu gehen. Bei Außeneinsätzen tragen sie für den Fall der Fälle spezielle Windeln.

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Die Toiletten saugen die Exkremente der Austronaut*innen mit Unterdruck ein – ansonsten würde sich mangels Schwerkraft alles in der Lust verteilen. Tatsächlich kommt es ab und zu vor, dass die Toiletten auf der ISS streiken. Besonders interessant: Auf der Raumstation gibt es sowohl eine russische als auch eine US-amerikanische Toilette, die nach verschiedenen Prinzipien funktionieren. Wenn eine der beiden Toiletten Probleme macht, kommt es nicht selten vor, dass Vertreter*innen der beiden nicht gerade befreundeten Länder dies als Anlass für Sticheleien nehmen.

8. Die ISS ist schneller als eine Gewehrkugel – und stellt einen Kosten-Rekord auf

Mit über 120 Milliarden US-Dollar ist die ISS das teuerste einzelne Objekt, das jemals gebaut wurde. Und auch sonst ist die Raumstation ziemlich krass: Sie ist zehnmal schneller als eine Gewehrkugel – trotz einer Spannweite von 109 Metern. Und doch können wir Erdlinge sie beobachten werden, sogar ohne Teleskop. Als dritthellstes Objekt am Nachthimmel ist die ISS gut sichtbar. Um sie zu beobachten, muss man nach einem Flugzeug-ähnlichen Licht Ausschau halten, das sich schnell über den Nachthimmel bewegt. Die Chancen stehen bei Sonnenauf- und untergang am besten.

9. Es waren schon viele Tiere im All

Die wohl bekannteste tierische Astronautin ist die Hündin Laika. Im November 1957 schickten die Sowjets die Hündin ins All, als erstes Lebewesen wurde sie damit in eine Erdumlaufbahn geschickt. Laika war ein in Moskau gefundener Streuner. Leider erlitt die Hündin nur wenige Stunden nach Beginn der Mission eine Überhitzung und starb im Weltraum.

Genauso grausam endeten die Reisen verschiedener Affen, die alle den Namen Albert trugen. Die Rhesusaffen wurden vor der bemannten Raumfahrt als lebende Testobjekte mit Raketen in den Weltraum geschossen. Der erste von ihnen wurde von der US-Luftwaffe im Juni 1948 in 62 Kilometer Höhe befördert. Das nur etwa 4 kg schwere Tier war mit Morphium betäubt in einer sehr engen Kapsel untergebracht worden, die sich in der Spitze der Rakete befand. Der Affe starb vermutlich schon vor oder beim Start durch Ersticken.

Am 14. Juni 1949 schoss man einen weniger beengt eingepackten Rhesusaffen ins All, Albert II. Das Tier überlebte den 133 km hohen Flug, jedoch nicht den Absturz der Kapsel nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Noch zwei weitere Affen mit selbigem Kosenamen starben im Zuge der Testversuche.

10. Astronaut*innen veranstalten Filmabende

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Wenn auch der Ausblick aufs Weltall mal langweilig wird, haben die Astronaut*innen auf der ISS die Möglichkeit, Filmabende zu veranstalten. Netflix und andere Streaming-Seiten können sind auf der Raumstation sogar in HD verfügbar. 2013 modernisierte die Nasa die Übertragungssignale auf der Erde und im All. Seitdem ist die ISS mit einer 25mbit Leitung ans Netz angeschlossen – schneller als so manches Dorf in Deutschland.

  • Quelle:
  • Noizz.de