Jeder kennt es, doch verstehen es alle?

Ein Balljunge wurde mit diesem Spiel gerade zum Internetstar (NOIZZ berichtete). Doch kennt ihr die offiziellen Regeln? Und die Geschichte des Spiels? Hier sind die 10 wichtigsten Fakten zum „Reingeschaut-Spiel“.

1. Was ist Eierloch?

Ein Grunschulspiel für Menschen im Alter von 7 - 99 Jahren. Das Prinzip: Wer in das aus Zeigefinger und Daumen geformte Loch guckt, muss einen Schlag einstecken. Doch obacht: Das spielgewordene Schauspiel von Adam Sandler ist tückisch!

2. Die Regeln

So simpel, und doch so schwer. Einfach einen Ring (oder Loch oder Kreis) aus Daumen und Zeigefinger formen genügt nicht. Es müssen mehrere Parameter bedacht werden. So ist es zum Beispiel strengstens untersagt jemanden den Ring einfach vor die Nase zu halten. Stattdessen muss sich sich das Symbol auf Hüfthöhe befinden und der „Gegner“ angelockt werden. Beispielsweise durch Aussagen wie „Hast du das gesehen?“, “Hey, guck mal“ oder “Boah Mann, das ist ja verrückt.“ Der Kreatitvität sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt.

Natürlich gibt es auch regionale Eigenheiten - so wie bei den kulinarischen Disparitäten. Schließlich ist ein Pfannkuchen nicht überall ein Pfannkuchen. Aber das ist eine andere Geschichte.

3. Bestrafung

Natürlich ist der „Schlag“ die härteste Bestrafung. Doch es gibt auch noch den „Gegenschlag“. Hat der schlagende Spieler vor dem Schlag vergessen ein „X“ auf den Arm des „Gegners“ zu malen, darf dieser im Gegenzug schlagen. Gleiches gilt beim Vergessen des abschließenden Abwischens der Stelle (nach dem Schlag) sowie der nicht-Äußerung eines „Bitte“ - letzteres muss vom Gegner mit einem „Danke“ beantwortet werden. Höflichkeit at its best.

4. Der Ausweg

Doch das “in-das-Loch-gucken“ muss nicht zwangsläufig zu einem Schlag führen. In gewissen Kulturen - aber nicht in meiner Grundschulzeit - darf ein Finger durch das Loch gesteckt werden. Gelingt das zwei Sekunden nach der Ausführung, ist das Loch eleminiert.

5. Evolution und Revolution

Seit neuestem werden auch technologische Innovationen zur Entwicklung des Gesellschaftsspiels genutzt. So ist es mittlerweile verbreitet, dass Menschen ein Loch auf Hüfthöhe bilden, dieses fotografieren und dann an den „Gegner“ schicken oder weiterreichen. Schlau! Lifehack bei Eierloch! Professionelle Spieler ignorieren diese Weiterentwicklung, sie sehen den Kern des Spiels durch die Übersetzung in die moderne Medienwelt in Gefahr! Traditionalisten VS. Generation Z.

6. Der Name

Für das Spiel gibt es tausende Bezeichnungen. Das „Reingeschaut-Spiel“, das „Loch-Spiel“, „Eierloch“, das „Augen-Spiel“, “Kreis-Spiel“, “Bongo-Loch“ und viele mehr. Im Englischen ist es einfacher. Dort heißt es einfach „Circle Game“. Dochz eigentlich ist es auch egal, denn geschlagen wirst du auch ohne den Namen zu wissen.

7. Ausbreitung oder Flora und Fauna

Einfache Frage, einfache Antwort: Überall! Wo Männer (sie spielen es wohl am häufigsten) Spaß an masochistischen Spiele und Lust auf blaue Flecken haben, wird es gespielt. Besonders gerne auf Schulhöfen!

8. Der Hype

Durch die Serie „Malcolm Mittendrin“ erfuhr das Spiel einen enormen Aufmerksamkeitsschub. In der vierten Folge der zweiten Staffel „Ein Essen unter Freunden“ geht es in der Nebenhandlung um ein Eierloch-Spiel. Der Sub-Plot: Reese malträtiert Malcolms besten Freund Stewie solange mit dem Eierloch-Spiel, bis er sich einen Trick ausdenkt, um am Ende Reese selber schlagen zu können. Für viele der Ursprung des Spieles; doch leider eine Lüge! Es gab einzig einen enormen Hype!

9. Der Erfinder

Wo also kommt das Spiel her? Dafür gibt es verschiedene Antworten. Manche sagen Europa, manche Amerika. Die Redaktion von „Vice“ hat sich auf die Suche nach dem Erfinder gemacht. Sie landeten bei Matthew Nelson aus New Bremen, Ohio, der das Spiel zwischen 1980 - 1982 erfunden haben will. Leider entpuppte sich die Recherche als falsch; das Spiel wurde bereits 1975 auf US-amerikanischen Schulhöfen gespielt (Vice Online). Stellt euch das mal vor: Bereits vor 42 Jahren schlugen sich Menschen gegenseitig auf die Arme, nur weil jemand in ein Loch geguckt hat.

10. „Eierloch - Der Film“

Auf der Video-Plattform „Vimeo“ findet sich eine zweiminütige Hommage des australischen Filmemachers Jesse Vogelaar mit dem Titel „You Lose“. Mehr als 227.000 Menschen haben sich diesen Wahnwitz bereits angeschaut.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Haben wir wieder etwas gelernt.

11. GILT FÜR JEDEN, AUCH DEN CHEF

Jawoll Manuel! Auch - und besonders - für dich!

Quelle: Noizz.de