Sie haben Dinosaurier überlebt, können einen Atomschlag überleben und sind echtes Superfood: Kakerlaken. Spricht alles dafür, dass die Schaben irgendwann die Weltherrschaft innehaben. Nun haben Forscher*innen auch noch herausgefunden: Die Insekten sind keine Einzelgänger, sondern bilden Staaten, die sie sogar mit einer Armee bewachen!

Kakerlaken haben ein undankbares Image in unserer Welt: Die Schaben gelten als Schädlinge, die unsere Vorräte anknabbern und irgendwie igitt sind. Sie können Allergien auslösen und eklig sehen sie auch irgendwie aus. Gut, das kommt schon ein wenig an, aus welchen Kulturkreis du stammst. Denn in vielen asiatischen und lateinamerikanischen Ländern gelten die Sechsbeiner als echte Delikatesse und proteinreiches Superfood, wenn sie knusprig frittiert werden.

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Und auch ansonsten haben Kakerlaken es ziemlich drauf. Eine Atombombe? Kein Problem! Zudem sind die Blaberidaen, so die zoologische Bezeichnung der Art, verdammt alt, uralt sogar. Fossilienfunde weisen darauf hin, dass es Schaben seit mehr als 350 Millionen Jahren auf der Erde gibt. Trotzdem wissen wir ziemlich wenig über sie. Das wollten Zoolog*innen aus der Slowakei ändern. Sie beobachteten jede Menge Schaben in freier Wildbahn – und fanden dabei Sensationelles raus: Anders als bislang angenommen, sind Kakerlaken nämlich keine Einzelgänger, ganz im Gegenteil. Sie bilden ganze Staaten.

Kammern mit Kakerlaken-Security

Die Forscher*innen beschreiben in ihrem Bericht die im ecuadorianischen Nebelwald beheimatete Schabenart Melyroidea magnifica. Die hat, wie ihr Name vielleicht schön verrät, ein ziemlich großartiges Aussehen: Sie hat einen schillernd grünen Körper mit einem knallroten Kopf. Die Schaben dieser Art lebten in Kolonien von bis zu 200 Tieren in einzelnen Kammern – jede davon wurde von anderen Schaben bewacht. Quasi Roomservice, Kakerlaken-Polizei, -Security und -Armee in einem.

So ein Staaten-bildendes Verhalten kennt man schon von anderen Insekten wie Ameisen, Wespen oder Bienen, bei Kakerlaken wurde es aber noch nicht nachgewiesen. Außerdem gab es eine Kakerlake, die deutlich größer war als alle anderen im Bau. Ihre weißen Flügel sind für die Wissenschaftler*innen ein Hinweis darauf, dass das die Königin der Kakerlaken sein könnte. Nachweisen, dass alleine sie die Eier ablegt, konnten sie noch nicht.

Die Studienergebnisse zeigen allerdings auch, wie wenig wir über die Krabbeltiere bisher wissen – obwohl sie sogar die Dinos überlebt haben. In Deutschland trifft man vor allem auf Küchenschaben, die wesentlich kleiner als ihre amerikanischen und asiatischen Verwandten sind. Ob die in Staaten leben und Kolonien bilden, die von eigenen Armeen bewacht werden, muss aber erst noch erforscht werden.

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  • Quelle:
  • Noizz.de